Alles neu

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Alles neu | story.one

Jeder hat sicher schon einmal seine Wohnung renoviert und so seine Erfahrungen dabei gemacht.

Hier sind meine:

Ich hatte im Frühjahr 2019 die geniale Idee, 2 Zimmer meiner Wohnung völlig neu zu gestalten. Soll im Klartext heißen - neuer Anstrich, neue Tapeten, neuer Fußboden und teilweise neue Möbel.

Klingt gut, allerdings wusste ich nicht wirklich, was da auf mich zukam.

Es begann schon mit der Frage wo nehme ich genügend Kartons her um Kleidung und Bücher sowie den gesamten Hausrat aus den Schränken gut zu verstauen, sodass ich ihn dann auch wieder finde. Als ich genügend Kartons organisiert hatte begann das große Einpacken. Unzählige alte Zeitungen und Küchenrollen mussten herhalten, um Geschirr einigermaßen bruchsicher zu verstauen. Ich war erstaunt, wie viel Krimskrams sich in all den Jahren angesammelt hatte. Das ergab eine ansehnliche Anzahl an Kartons.

Und hier tauchte schon das nächste Problem auf. Wo und wie verstaut man in einer 55 qm Wohnung so viele Kartons? Wo war da noch Platz zum Wohnen? Vor allem musste ja das Zimmer für das der neue Boden bestimmt war frei bleiben.

Irgendwie schaffte ich es trotzdem obwohl es nun in einem Raum aussah wie in einer Lagerhalle.

Dann begann der nächste Schritt: ab ins Bauhaus um Tapeten, Farben, Lacke und Laminat zu besorgen. Auch kein leichtes Unterfangen doch es klappte mit Hilfe meiner Schwester und meines Neffen. Alles wurde heimtransportiert und der Platz in der Wohnung immer enger.

Am Abend stand ich in meiner Wohnung, blickte herum und dachte nur: warum tust du dir das an???

Diese Frage stellte ich mir noch öfter und bekam immer als Antwort: wirst sehen, wenn`s fertig ist wird´s super! Ich war sehr skeptisch und meineBegeisterung hielt sich in Grenzen.

So, nun konnte mit viel Elan die eigentlichen Arbeit losgehen. In dieser Phase war es hilfreich eine große, handwerklich begabte Familie und gute Freunde zu haben. Mein Sohn legte den neuen Boden, mein Neffe malte aus und ich durfte meiner sehr kreativen Schwester dabei helfen, meinem alten Kasten mit einer weißen Lackierung neues Leben einzuhauchen. Jetzt noch eine tolle Schlafcouch und der Raum erstrahlte in neuem Glanz.

Nun kam der schwierigste Teil: das Wohnzimmer. Es war eine echte Herausforderung und alle "durften" nochmals ran. Tapeten entfernen, Wände mit der Spachtel abscheren und Unebenheiten beseitigen.

Was das bedeutet brauche ich wohl keinem Heimwerker erklären. Staub, Staub und nochmals Staub. Als das erledigt war wurde mit Eifer tapeziert, die verbleibenden alten Möbel lackiert und die Einrichtung mit einigen neuen Sachen komplettiert.

So nur noch "putzen". Mit Kübel und Putzmitteln bewaffnet machte ich mich daran, der Wohnung den letzten Schliff zu geben.

Völlig fertig und erschöpft betrachtete ich das Endergebnis der vielen Arbeit und stellte fest: ES SCHAUT SUPER AUS!!!

Zugleich schwor ich mir, dass das meine letzte Umgestaltung war, denn noch einmal würde mein Nervenkostüm das nicht aushalten!

© Luise Ludwik 18.04.2020