Der perfekte Tag

Es war an einem herrlichen Tag im Sommer. Kein anderer Fleck zum Verweilen hätte schöner sein können. Die Sonne schien und die wunderbare Stelle war so herrlich, als hätte sie der Himmel selbst ausgesucht. Ein fabelhafter Platz am Wasser, auf einer Wiese inmitten eines Parks. Ein wunderschöner Baum spendete dazu den nötigen Schatten und machte den Platz nahezu perfekt. Wir schlugen ohne lange zu überlegen unser Lager auf, breiteten eine Decke aus und zogen die Schuhe aus.

Dieser Ort und dieser schöne Tag sind für mich anders gewesen als die anderen Plätze und Zeiten davor, die wir bis dahin gemeinsam miteinander verbracht hatten. Ich hatte keine Ahnung, was dieser Tag uns bringen würde. Hier verschwand beinah alles andere um uns herum. Es war an diesem Tag sehr warm. Alles schien an diesem Tag kinderleicht zu sein. Ich war davon überzeugt, dass wir eine besondere Wertschätzung füreinander nicht erst hätten entwickeln müssen. Alles war bis dahin immer leicht und einfach. Unsere Freundschaft war für mich etwas besonderes und ich war überzeugt, dass nichts und niemand sie zerstören könnte. An diesem Tag fühlte ich mich so, als wäre ich unsterblich.

Sie war die Frau, die sich vorgenommen hatte, mir das Leben zu retten und mich auf keinen Fall verlieren zu wollen. Sie war für mich wie ein Wunder in mein Leben gekommen. Für mich ergab alles einen Sinn.

An diesem Tag aber muss uns die Sonne das Gehirn ausgebrannt haben. "Wie viel Naivität passt in einen Menschen hinein?" Wollte sie wissen, ob sich der Kreis schließen lassen würde? Vielleicht sind wir bereit gewesen zu geben. Aber hatten wir auch gelernt zu nehmen? Ist doch Geben schöner als Nehmen. Weder der Himmel noch Gott hätten den Kreis schließen können. Wir sind selbst verantwortlich für das, was wir tun. "Du willst etwas? Dann mache es einfach." So denke ich. Bei der Hitze des Tages hätte eine Abkühlung sicher etwas genützt.

Trotz allem wir uns am Ende dieses Tages nicht wohl gefühlt hatten, wiederholten wir unser Zusammensein. Vielleicht dachten wir, dass es uns beide hätte näher bringen können. Es kam jedenfalls nicht so. Für uns wäre es besser gewesen, wir wären uns nicht zu dieser Zeit und nicht auf diese Weise nahe gekommen.

Wir sollten etwas daraus lernen: Das Leben hatte uns einen besonderen Ort und einen Tag gegeben. Wir müssen manchmal anhalten, um seine Bedeutung zu verstehen. Wir, mit unserem Denken und Fühlen, fühlen uns dann wohl, wenn "alles passt". Dazu gehört frei zu sein, keine Erwartungen zu haben und von allem loslassen zu können. Wenn das Leben uns ein besonderes Geschenk macht, dann können wir es annehmen. Dann können wir vielleicht den Augenblick, der uns verbinden soll, erkennen und das Glück genießen. "Was denkst du? Wie oft kommt der perfekte Tag in deinem Leben?"

Wir können die Zeit nicht anhalten und nicht zurück drehen, aber in unserer Erinnerung bleiben sie doch bestehen, die schönen Zeiten und Augenblicke. Es werden immer wieder neue hinzu kommen.

© Lukas_Berlin