Ein magischer Moment

Es war an einem herrlichen Tag im Sommer. Kein anderer Fleck zum Verweilen hätte schöner sein können. Die Sonne schien und die wunderbare Stelle war so herrlich, als hätte sie der Himmel selbst ausgesucht. Die Stelle lag nur wenige Meter von meinem neuen Zuhause entfernt. Ein fabelhafter Platz am Wasser, auf einer Wiese inmitten eines Parks. Ein wunderschöner Baum spendete dazu den nötigen Schatten und machte den Platz nahezu perfekt. Mein seelenverwandter Zwilling und ich, wir schlugen ohne lange zu überlegen unser Lager auf, breiteten eine Decke aus und zogen die Schuhe aus.

Dieser Ort und dieser Tag waren anders als alle anderen Plätze und Zeiten davor, die wir schon gemeinsam miteinander verbracht hatten. Ich wusste, dass dieser malerische Fleck unsere Zukunft für immer verändern würde. Aber was würde dieser Tag uns bringen, und wohin würde er uns führen? Hier verschwand beinah alles andere um uns herum. Alles schien an diesem Tag kinderleicht zu sein.

Tatsächlich kannten wir uns bereits, als wir noch Kinder gewesen waren. Anders als bei anderen Partnerschaften ist es bei uns nicht so gewesen, dass wir für unsere Art Liebe eine besondere Wertschätzung hätten entwickeln müssen. Alles war immer leicht und einfach. Unsere Liebe und das dazu gehörige Glück standen bereits auf einer höheren Stufe.

Wie immer lachten wir viel und redeten über Gott und die Welt! Ich war überzeugt, dass uns niemals etwas trennen könnte und wir glaubten, dass uns niemals etwas umzubringen vermag. Also machten wir kleine Experimente und hatten unseren Spaß.

Die Zeit schien an diesem Tag für uns stehen zu bleiben. Wir trafen eine Abmachung, tauschten Kleidungsstücke, lagen im Gras und ergaben uns der Hitze des Tages.

Was war es, dass es uns an diesem Tag hat scheitern lassen können? Naivität? Selbstüberschätzung? Wir sind immer bereit gewesen, alles füreinander zu geben. Aber hatten wir auch gelernt zu nehmen? Der Tag, der so wunderbar begonnen hatte, nahm eine Wendung. Er verlor beinahe seinen Glanz. Aber trotz allem wir uns am Ende des Tages nicht wohl gefühlt hatten, wiederholten wir das Experiment, und wie hätte es auch anders sein können: es führte uns zum selben Ergebnis, wenn auch das andere Mal mit vertauschten Rollen.

Wir sollten etwas daraus lernen. Das Leben hatte uns schließlich einen besonderen Ort und einen Tag gegeben. Wir müssen manchmal anhalten, um seine Bedeutung zu verstehen. Wir, mit unserem Denken und Fühlen, fühlen uns dann wohl, wenn "alles passt". Dazu gehört frei zu sein, keine Erwartungen zu haben und - wenn es das Leben oder die Situation erfordert - von allem loslassen zu können. Wenn das Leben uns ein Geschenk macht, dann können wir es annehmen. Dann können wir vielleicht den Augenblick, der uns verbinden soll, erkennen und das ganze Glück genießen.

Wir können die Zeit zwar nicht anhalten und nicht zurück drehen, aber in unserer Erinnerung bleibt sie bestehen und es werden neue magische Momente kommen!

© Lukas_Berlin