Himmel!! Warum hast Du nichts gesagt!?!

Immer Sommer 1995 betraten mein bester Freund und ich die Spielbank in Baden-Baden. Wir beide kannten uns bereits seit unserer Jugend und hatten in unserem alten Berlin richtig gute Zeiten gehabt. Im Südwesten "angekommen", wurden wir beide kurz nacheinander von unseren Frauen verlassen. Aber das Leben ging weiter! Am Abend eines schönen Sommertages betraten wir also das Kurhaus. Mein Freund war in Ausgehlaune und schließlich in Spiellaune, frei nach dem Motto "Pech in der Liebe, Glück im Spiel!".

Die Spielbank in Baden-Baden ist wie alle Spielbanken ein nobler Ort. Diese Spielbank ist allerdings besonders sehenswert! Bereits das Kurhaus ist ein imposanter Bau. Das Herz von Baden-Baden ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Es ist ein im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil erbautes Haus mit einem Mittelbau, deren Vorhalle von acht korinthischen Säulen getragen wird. Riesige Säulen. Die Säle der weltberühmten Spielbank sind prunkvoll ausgestattet im Stil französischer Königsschlösser mit wunderbaren Kronleuchtern, von denen uns im Laufe des Spiels wenigstens einer hätte aufgehen können.

Wir standen vor dem Kurhaus und fühlten uns gut! Wir schritten die Stufen hinauf und gingen hinein. Die Türen der Spielbank im Foyer des Kurhauses hatten wir sofort fest im Blick. Da ich allerdings noch niemals zuvor eine Spielbank betreten hatte, wurden meine Knie etwas weicher als gewöhnlich. In irgendeiner Weise vorbereitet war ich auch nicht. Ich dachte: "Wenigstens die Spielregeln hättest du ja mal lesen können..."

Im Vorraum zur Spielbank las ich mit großen Augen langsam die Einlassbestimmungen: "Mindestalter, Einlass nur mit Ausweis, Dresscode." Unsere Personalausweise trugen wir als Berliner natürlich immer bei uns. Die zweite Hürde war also bereits genommen. Für das Klassische Spiel bittet die Spielbank um angemessene Garderobe: "Glück gehabt!", dachte ich: "Wir sind mit Hemd und Sakko unterwegs. Jawoll!"

Wir grinsten uns an und beschritten das weltberühmte Casino! Mein Freund hatte uns Jetons für fünfzig Deutsche Mark besorgt. "Was soll man damit schon gewinnen…" Meine Gedanken kreisten nicht um das Spielen, und ich wollte mein Glück nicht erzwingen. "Würde ja sowieso nicht gehen."

Mein Freund gab mir einen Jeton, ich setzte ihn bei der nächsten Gelegenheit "schlau" ein, wie ich dachte, und verlor wie erwartet.

Was sich dann abgespielt hat, war irre und eigentlich unmöglich: Mein Freund setzte an verschiedenen Roulette-Spieltischen immer wieder auf die Null - und gewann tatsächlich immer wieder! Einsatz, "Rien ne va plus!" und gewonnen! Vier mal nacheinander! Allerdings jedes Mal, ohne den Einsatz wesentlich zu erhöhen.

Wir verließen nach den unglaublichen Geschehnissen die Spielbank, mein Freund um rund fünfhundert D-Mark reicher, wir beide glücklich, aber mit einem Fragezeichen im Gesicht und den Kopf schüttelnd: "Warum hat uns das Schicksal nicht irgendwie was geflüstert."

© Lukas_Berlin