MonaLena Blitzkind und der Schlamm

Ich habe begonnen die Geschichten meiner Kindheit wie ein Kinderbuch zusammen zu schreiben. Meine Kinder lieben es, wenn ich sie erzähle und haben sich das gewünscht. Also erlebt "MonaLena Blitzkind" nun meine Vergangenheit am Papier, und das klingt dann z.B. so:

MonaLena hopste in den sommerlichen Garten. Wenn sie aus der Türe des kleinen Hauses kam, konnte sie von einer Steinplatte zur nächsten hüpfen. Den ganzen langen Weg, bis zu dem großen Eingangstor. Das Tor war verschlossen. Daneben gab es aber ein kleineres Tor, das MonaLena nun öffnete um vorsichtig auf die Straße zu gucken. Mutti hatte das verboten, aber sie wollte sehen, ob Papa noch irgendwo zu entdecken war. Das war er leider nicht, das hätte sie sich auch denken können! Papa war ja schon in die Arbeit gefahren und keines der Autos, die ab und zu vorbei fuhren, sah aus wie seines. Also hopste sie über die Platten zurück, aber nur bist zur Mitte des Weges, denn es blitzte plötzlich in ihrem Kopf! Das tat es immer, wenn sie eine Idee hatte. Es blitzte ganz hell auf und ein Bild entstand. Es war wie ein Foto, das die Idee zeigte, die in ihren Gedanken herum sauste.

Da wo sie stand, wuchsen neben den Steinplatten Muttis Rosen. Um die Rosen war Muttis dunkle Gartenerde, die durch den Regen der letzten Nacht ganz weich und matschig war. „Das wollen wir doch mal sehen!“, sagte MonaLena zu sich und schlüpfte aus ihren Kleidern. Denn wenn sie ein Bild im Kopf hatte, dann wollte sie das auch den Anderen zeigen. Das ging ja nunmal nur, wenn man das Bild auch wahr werden ließ!

Keine Minute später kamen auch "die Anderen" schon den Plattenweg entlang. Die etwas größere Schwester Ute kam zuerst, daneben die etwas kleinere Schwester Rhesa. Auf allen vieren krabbelte die kleinste Schwester Nanna aus dem Haus und überholte die beiden Größeren noch, bevor sie bei MonaLena angekommen waren. Nur der kleine Timon fehlte. Er lag in Windeln im Bett und konnte nur heraus, wenn Mutti ihn am Arm trug. Gut, dass sie gerade nicht mit Timon heraus kam, denn MonaLena saß bereits nackt zwischen den Rosen und hatte ihre Beine bis zum Nabel hinauf mit dunklem Schlamm gefärbt. Gemütlich verteilte sie den weichen, warmen Matsch weiter hinauf zur Brust und zum Hals und merkte gar nicht, dass auch Ute bereits ihre Kleider ablegte. MonaLenas Ideen waren fabelhaft für ihre Geschwister und klein Nanna rollte sich gleich samt ihren Kleidern in den Schlamm. Sie blieb ein wenig an den Dornen hängen, denn die Rosen waren nicht begeistert davon, dass ihnen die gute Erde abhanden kam. Das machte Nanna aber nichts aus! Sie steckte trotzdem ihre kleinen Hände in den Matsch. „Schön sehen wir aus!“, lachte MonaLena und bat Ute ihr noch den Rücken zu färben. „Ganz schön braun, wie die Kinder in Afrika!“ MonaLena hatte noch nie ein echtes Kind mit dunkler Hautfarbe gesehen, aber in den Bilderbüchern sahen sie genauso aus, wie sie selbst gerade.... (Fortsetzung folgt, wenn MonaLena Blitzkind als Kinderbuch erscheint.)

© LunaPetunia