Und täglich grüßt ... A23

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Und täglich grüßt ... A23 | story.one

Wie das Leben so spielt, übersiedelte ich nach „Transdanubien“, nicht nur wegen meiner Liebe des Lebens, die nördlich der Donau in Wien eine Wohnung hatte, sondern auf der gemeinsamen Wohnungssuche fanden wir eine tolle Möglichkeit, hier zu mindest für die nächsten 10 Jahre sesshaft zu werden. Ich selbst lebte südlich Wiens in Niederösterreich und hatte immer schon eine gewisse zeitliche Anreise zu meiner Arbeitsstätte. Mir war bewusst, dass ich jeden Tag die A23 nutzen werde müssen, oder komplett durch die Innenstadt zu fahren um ins Büro zu kommen. Täglich 06:00 Richtung Arbeit aufzubrechen, wie zigtausend andere aus dieser Gegend „Transdanubien“ und in den täglichen Verkehrswahnsinn einzutauchen, gleicht einer Selbstgeisselung schlecht hin. Vom Ausparken zur ersten Hauptstrasse und … Stau, selbst die Zubringerstrassen zur A23 sind eigentlich immer und fast zu jeder Tageszeit unter der Woche verstopft. Egal welcher Radiosender läuft und die Verkehrsnews gebracht werden, höre ich immer und jeden Tag das selbe, es beginnt mit: „A23 Richtung Süden ab Kagran, Praterbrücke zäher Verkehr und 15 Minuten Verzögerung“, meist kommt als zweite Meldung: „A23 Richtung Norden ab Inzersdorf und Zubringer A22 stockender Verkehr ab Kaisermühlen“. Was heißt da stockender Verkehr? Ich erlebe täglich einfach nur Stau und zig Auffahrunfälle, weil jeder drängelt und nicht aufpasst. Und dann auf der A23 wird man auch noch mit den tollen digitalen Informationen und Hinweisen am aktuellen Stand gehalten mit „Stau“, als ob man dies noch nicht mitbekommen hätte, man steht ja im Stau. Problem an der ganzen Sache ist, dass wenn man in den Süden will, muss man an der A23 vorbei und kann auf keiner Strecke wirklich ausweichen. Verkehrstechnisch der Supergau, den sich jeder arbeitende Bürger aus dieser Gegend antun muss. Und, ja ich glaube die Radiosender brauchen den Verkehrsfunk nur vom Vortag abzuspielen, und täglich grüßt … die A23, denn es ist werktags immer das selbe. „A23, Richtung Süden ab Kagran“ … So fahre ich im Stau täglich zur und von der Arbeit und habe genügend Zeit. Für diese Strecke ohne Stau braucht man maximal 35 Minuten und ich bin fast immer 1,5 Stunden unterwegs. Mittlerweile bin ich eifrig am Hörbuch hören, diese Zeit zu nutzen, vielleicht bringt das auch was bildungstechnisch, sicher mehr als darüber nachzudenken, was Transdanubien wirklich bedeutet, denn es bezeichnet eigentlich die Region in Ungarn rechts der Donau gelegen, und von meiner täglichen Fahrzeit kommt es mir auch so vor von dort anzureisen...

© LVIS 08.03.2020