Der unsichtbare Geliebte

Ich habe mein Leben lang für jemanden geschwärmt. Seit dem Kindergarten bin ich ( meist ziemlich unglücklich oder unerwidert ) in jemanden verliebt gewesen. Ich glaube als Kind war es meine Sehnsucht nach etwas Edlem, Aufrichtigen...nach Etwas, dass mir das Gefühl gab, dass das Leben NICHT banal und sinnlos war … wie es die meisten Menschen auf mich ausstrahlten. Ich hatte stets das Gefühl, dass die Menschen um mich herum unterbewusst Angst vor meiner Leidenschaft, meiner Neugier, meiner Intelligenz und meinen starken und sehr unterschiedlichen Emotionen hatten. Dadurch, dass sie oftmals genau diese, ihre ehemals eigenen Aspekte von sich abgetrennt und begraben hatten, war es ihnen höchst unangenehm sich in der Nähe eines solchen Kindes zu befinden.

Im Teenageralter wollte ich dann einfach nur noch geliebt werden. Egal um welchen Preis. Ich war einfach innerlich schon so oft gebrochen und einsam, dass ich mich einfach nur nach Sicherheit und Zuwendung verzehrte.

Mittlerweile habe ich einige meiner Tiefen Wunden gut behandelt und bin zum ersten mal frei. Ich liebe mich nun Selbst und erfahre das Leben durch meinen eigenen Antrieb.

Das Einzige was bleibt ist die Liebe zu einem Unbekannten. Eine Verbundenheit wie ich es mit 12 in Romeo und Julia immer und immer wieder gelesen habe. Denn da war immer jemand... jemand der auf MICH wartet...mich herbeisehnt so wie ich ihn. Jemand so ist wie ich …. Derjenige der seit dem ich Denken kann mit mir kommuniziert ... dessen Stimme ich ab und an höre, dessen Lächeln ich ab und an spüre. Es ist als rufe er mich in die Welt hinaus.

Also gehe ich.

© Maela_Mononoke