Gedankenkarussell

Mir geht so vieles durch den Kopf, es wiederholt sich alles, wie in einer Spirale. Mein Mindset ist schon recht fortgeschritten, doch trotzdem erwischt es mich immer wieder. Am Liebsten würde ich meinen Kopf einfach ausschalten. Wo ist dieser Schalter? Ich finde ihn nicht in dieser dunklen Tiefe.

Der Terminkalender ist voll. Voll mit Dingen, die ich erledigen sollte, aber auch kleine Abenteuer für mich als Frau - Skitouren, Treffen mit genialen und inspirierenden Frauen. Warum stresst mich das so, obwohl es mir schlussendlich immer gut tut?

Mir ging es doch schon so blendend und ich hatte meine Gedanken bereits super im Griff. Aber wäre es nicht eine Illusion, wenn immer alles glatt laufen würde? Wenn wir jederzeit im Modus der inneren Stille und Zufriedenheit leben würden? Welche Aufgaben hätten wir dann noch zu bewältigen? Wodurch dürften wir noch Wachstum erfahren?

Also, was kann ich jetzt tun, damit es mir wieder besser geht? Was brauche ich? Zeit für mich alleine, in Stille. Das Geschehene der letzten turbulenten Tage verdauen. Viele meiner Gedanken haben mit meiner unvorhersehbaren Zukunft zu tun. Ich weiß, ich muss meine Techniken wieder bewusster in meinen Alltag integrieren, damit ich meinen Fokus wieder mehr auf mich richte, das Jetzt wahrnehme.

Gut. Das bedeutet, öfter bewusst zu Atmen, tief einatmen, lange ausatmen… Dadurch fühle ich meinen Körper von innen. Nicht nur die Hülle, meine Haut. Ich merke, dass sich all meine Energie im oberen Bereich staut. Ich beginne mich zu erden. Meine Füße stehen kraftvoll auf dem Boden, die Wurzeln schlagen sich tief in den Untergrund, durch alle Schichten dieses Planeten und verbinden sich mit dem Mittelpunkt. Beim Ausatmen lasse ich alles nach unten los, beim Einatmen fülle ich meinen Körper mit wohltuender, stärkender Energie.

Spaziergänge, schweigend. Ab in die Natur - die Schneeflocken in ihrem wirbelnden Niederkommen beobachten, die dumpfen Geräusche des Treibens lauschen, mich von der kalten frischen Luft wach küssen lassen, meine automatischen Bewegungsabfolgen bemerken, meinen Kreislauf in Schwung bringen und dabei mein klopfendes Herz registrieren.

Reflektierendes Schreiben, ein angenehm warmes Bad im Kerzenschein, eine Tasse Tee in der Küche vorm Fenster genießen und den Blick in die Berge schweifen lassen, 20 Minuten Yoga, eine stille Meditation. Einfach alles, was mich in meine eigene Mitte lenkt.

Jetzt wird mir klar, dass ich von meiner eigenen Verbundenheit abgelenkt war. Es ist erleichternd und befreiend, wieder bei mir angekommen zu sein. Danke Leben, danke Universum, danke Gott, danke, was auch immer diese höhere Macht des Daseins ist. Danke für diese Erinnerung an mich.

Was machst du, um wieder bei dir anzukommen, wenn du dich mal verloren hast?

© Manuela Sieberer