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Wie ich zu Marcela wurde

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Wie ich zu Marcela wurde | story.one

Als ich mich auf Story.one anmeldete, war mir sofort klar, dass ich mit Pseudonym schreiben wollte. Instinktiv wusste ich, dass unter anderem sehr persönliche Geschichten aus mir herauswollten, daher wollte ich auf keinen Fall, dass man mich unter meinem echten Namen fand.

Als ich dann allerdings beim Eingabefeld angelangt war, war ich ziemlich ratlos: Unter welchem Namen wollte ich ab jetzt hier auf dieser wundervollen Plattform bekannt sein? Gar nicht so leicht! Es sollte auf jeden Fall ein echter Name sein, das war das einzige, was ich sicher wusste. Minutenlang starrte ich auf den Bildschirm, aber die Erleuchtung blieb aus.

Dann wurde mir so langweilig, dass meine Gedanken abschweiften. Unter anderem dachte ich auch an einen Film, den ich damals vor wenigen Tagen gesehen hatte. Er hieß Elisa y Marcela. Da wurde ich stutzig: Irgendetwas hatte der Name Marcela an sich, das mich zu ihm hinzog. Ohne groß darüber nachzudenken, einfach erleichtert, dass ich irgendetwas gefunden hatte, tippte ich ihn ein und schloss die Anmeldung ab.

So blieb es viele Wochen. Marcela war zwar ein sehr schöner Name, aber auf einer persönlichen Ebene bedeutete er mir nichts. Ein paar mal überlegte ich sogar, ihn in andere Ideen, die mir in der Zwischenzeit gekommen waren, umzuändern, entschied mich dann aber immer wieder dagegen.

Als meine Familie und engsten Freunde diesen Frühling von meinem Pseudonym erfuhren, wurden viele Fragen gestellt, die ich alle nicht zufriedenstellend beantworten konnte. Aber Vorschlägen, ihn in etwas anderes zu ändern, stand ich plötzlich sehr negativ gegenüber, obwohl viele gute Vorschläge dabei gewesen wären.

Erst nach weiterer Reflexion wurde mir bewusst, dass mir mein Pseudonym mittlerweile viel bedeutete. Marcela ist der Teil von mir, der sich nie zensieren muss. Der all seine privatesten Gedanken und Geschichten ohne Konsequenzen preisgeben kann. Mithilfe von Marcela hatte ich wertvolle Erkenntnisse und fühlte mich in meinen Geschichten vollkommen frei.

Wenn mich heute jemand nach meinem Pseudonym fragt, sieht meine Antwort ganz anders aus: Dann erzähle ich nicht mehr von meiner Ideenlosigkeit und dem Film, den ich damals zufälligerweise gesehen habe. Nein, Marcela ist mittlerweile ein fester Bestandteil meiner Persönlichkeit, den ich auf keinen Fall mehr missen möchte.

Marcela ist kein abstrakter Name mehr. Marcela bin ich, auf eine andere Art genauso sehr wie mein echter Name.

PS: Ich habe immer wieder Nachrichten von Storyanern bekommen, was es mit meinem Pseudonym auf sich hat, ob das mein echter Name sei. Diese Geschichte ist für euch!

© Marcela 2020-08-12

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