Hart, aber es ging

Ich habe Elisa B., die 1930 in Golling geboren ist, befragt. Sie ist 88 Jahre alt und wohnt jetzt in Kuchl. Elisa ist meine Uroma und ich habe eine sehr gute Beziehung zu ihr, da ich auch ihre älteste Urenkelin bin.

Sie erzählte mir viele interessante Erfahrungen aus ihrem Leben. Sie wurde als zweites von sechs Kinder geboren, und die Kindheit war kein leichtes Spiel. Sie musste im Winter immer einige Kilometer durch den tiefen Schnee in die Schule stapfen. Als Bekleidung gab es für die Mädchen keine Hosen, sondern nur Röcke, was den Winter noch mehr erschwerte. Nach der Schule gab es kaum Freizeit, sondern Mithelfen am Bauernhof. Von März bis November musste man die Wiesen düngen, ackern und mähen. Nachdem man das Getreide geschnitten hatte, wurde es auf Heutrockner, sogenannte „Hiefler“, aufgehängt, um das Getreide in der Sonne zu trocknen, danach wurde es in die Tenne zum Lagern gebracht. Auch noch zu erledigen war das „Leiern“, wo jeden Tag bis zu 1000 Liter Wasser aus den Brunnen herausgepumpt wurden. Dies war sehr anstrengend, da alles händisch erledigt werden musste, und man den ganzen Tag durcharbeitete.

Die Lieblingsbeschäftigung meiner Uroma und ihrer Geschwister waren Ballspiele, ebenfalls eine lustige Abwechslung war das „Prater-Fahren“. Die Buben bauten selbst einen Steher mit einem Pfahl, darauf konnte 6 Leute sitzen, der Stärkste musste drehen, um alles in Schwung zu bringen. Als die Burschen älter wurden durfte sie dann schon „Plattenstechen“ was ebenfalls eine Freizeitbeschäftigung für die Älteren war. Dabei musste man mit schweren Speilen in die Mitte treffen.

Die Kriegsjahre waren schwer zu ertragen, denn der Nationalsozialismus war teilweise „brutal“. Die Fenster bei Elisa B. waren zu dieser Zeit immer verdunkelt und am Rossfeld einem Berg in der Nähe ihrer Heimat war eine Flakstation positioniert, von dort wurden Flieger abgeschossen. Das Aufwachsen zu dieser Zeit war ganz anders als jetzt, ohne Kommunikationsmedien und Internet haben alle persönlicher und ehrlicher als heute geredet, doch die Kriegszeiten und das harte Arbeiten würde sie nicht nochmal erleben wollen.

Als letztes sagte sie noch: „GEHT ES UNS HEUTE GUT“!

© Margarethe