"Die Zukunft entsteht durch unsere Bilder"

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"Die Zukunft entsteht durch unsere Bilder" | story.one

Ich kann Menschen anstecken mit Panik oder apokalyptischen Bildern, den sogenannten Teufel an die Wand malen oder mit meinem Mut andere begeistern. Ich kann Freiheit durch Meinungsäußerung schützen und Verordnungen ohne vorauseilendem österreichischen Gehorsam hinterfragen.

Das war vorher auch nicht anders. Anders ist allerdings jetzt dass die Möglichkeit der Veränderung global ist und nicht so schnell wieder kommen wird. Es reicht nicht mehr alleine für den Nachbarn einzukaufen. Unser Radius ist größer geworden!

Jetzt haben wir als Menschheit die Chance uns dort wieder zu finden, wo wir uns vor lauter Geschäftigkeit, Wachstum und Fortschritt verloren haben. Endlich viel Zeit sich den eigenen essentiellen Fragen zu stellen und selbständig Antworten zu finden und in gemeinsamer Anstrengung zu bündeln. Auch ich.

Wie die Zukunft von uns sein wird, bestimmt jeder einzelne Mensch von uns mit. Schweigen und keine Antwort wissen ist auch eine Handlung, sei es Desinteresse oder Unvermögen. Jeder hat einen Grund so zu handeln wie er handelt, aber alle haben Auswirkungen auf andere Menschen, sei es im Kleinen oder im Großen.

Mein Vater hat mich gefragt „Bist jetzt scho gaunz deppat wurn?“ als ich mich mit meinem kleinen Sohn in die Hainburger Au gesetzt habe. Sie gibt es noch immer. Mein Sohn nennt mich mutig.

Jeder Mensch zählt.

Global menschenwürdige Verhältnisse und Prozesse schaffen, Lösungsstrategien für die Zukunft der giftigen Textilbranche entwickeln das war schon mein Ziel in den 1990er Jahren. Das hat mich beinahe meinen Job als Jung-Journalistin gekostet, dennoch die erste Ökobeilage durchgesetzt über Gift in den indischen Flüssen berichtet "Das kostet Abonennten", unkte der Chefredakteur.

Endlich gewaltfreie Konfliktbewältigung lernen im Schulfach. Dialog ist das Werkzeug zum Frieden nicht nur bei Paaren. Das ist mir bis jetzt leider nicht gelungen, aber Seminare boomen.

Europa hat anfangs hilflos zugesehen, wie die Krise hereingebrochen ist. Die Gemeinschaft EU kam ins Wanken schien zu kippen wackelt weiterhin auf ungarischen, polnischen und anderen Beinen. Ideen?

Jeder von uns kann ein kleines Stück Verantwortung übernehmen, sei es jetzt erst recht seine Meinung zu äußern oder andere zu ermutigen, den Mund aufzumachen. Petitionen zu unterzeichnen.

Von Christian Kolonovits, Komponist, Dirigent und Arrangeur vieler Austropopsongs, stammt die Songzeile aus 1984 Jahr des Tschernobylunglücks „Die Zukunft wird immer durch unsere Bilder entstehen, drum zeichnet’s langsam und malt’s schön!“

Wie sieht dein Regenbogenbild aus oder starrst du noch Löcher in die Luft?

© Margit Berger 05.04.2020