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#österreich#russland

Chruschtschow war da ?

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Chruschtschow war da ? | story.one

Aufgrund meiner studentischen Vorbelastung, 8 Semester Russisch, interessiert mich natürlich alles, was im Fernsehen so angeboten wird zu diesem Thema. Und wenn ich in irgendetwas Russisches hineinzappe, dann bleib ich unweigerlich hängen. So wie kürzlich bei den Kreml-Frauen. Das sind ja vielleicht arme Teufelinnen! Während der Zarenzeit war es natürlich besonders dramatisch. Eine Fremdenführerin in St. Petersburg erzählte einmal: Der Zar war sehr warmcherzig. Chat ungeliebte Frau nicht gemordet sondern nur in Kloster geschickt.

Mit kaltcherzigen Zaren konnte später nur mehr Stalin mithalten. Seine Frau Nadjeschda Allilujewa war z.B. nicht damit einverstanden, dass er alle ihre Freunde ermorden ließ. Sie wollte eines Abends nicht mehr mit ihm und seinen Kumpels anprosten, verließ die schaurige Party vorzeitig und hat die Nacht nicht überlebt. Selbstmord. Was sonst!

So schlimm ist es in den letzten Jahren nicht mehr. Eine First Lady durfte sogar gleichberechtigt neben ihrem Mann auftreten. Raissa Gorbatschowa. Beiden hat das aber auf Dauer nicht gut getan. Die Russen sind noch nicht so weit. Frau Putina hat geweint, als sie erfuhr, dass ihr Mann zum Präsidenten gewählt wurde. Das hieß ab sofort Eigenleben aufgeben und ab hinter die Kremlmauern!

Gott sei Dank hat sich Wladimir Wladimirowitsch dann in eine Sportlerin verliebt, die angeblich sogar ein Kind von ihm in einer Schweizer Klinik geboren hat. Und jetzt durfte auch Frau Putina wieder heiraten. So werden aus 2 unglücklichen 4 (bis 5) glückliche Menschen. Es sei ihnen von Herzen vergönnt.

Nur die bäuerlich-verschmitzte Nina Chruschtschowa hat sich weitgehend unauffällig benommen. Diesen Klatsch schreib ich jetzt, um Buchstaben zu sammeln. Zum Schluß komme ich aber doch noch auf den Punkt und werde dem Titel der Geschichte gerecht.

Als ich die Sendung über die KremlInnen gesehen hatte, stieg ein Bild in meiner Erinnerung auf: Volksschule, 1 freier Tag, wir auf der Straße mit Papierfähnchen in rot-weiß-rot. Warten auf... Chruschtschow! Ich sah diese Szene lebhaft vor mir. Die dunklen Limousinen. Die flatternden Fähnchen. Der schulfreie Tag vor allem! Aber ich traute mir selbst nicht, meiner Erinnerung. Das kommt in letzter Zeit öfters vor. Also befragte ich Google.

Auf dem Weg durch Oberkärnten in Richtung Wien fuhr er tatsächlich an unserer Schule vorbei.„Die Presse“ schrieb: "Sechster Juli 1960, nachmittags. Wir standen an der Packer Bundesstraße in Kärnten. Die Aufregung war groß: Chruschtschow auf Staatsbesuch in Österreich. Und er würde auf seiner Rundfahrt auch hier vorbeikommen, hieß es.

Tatsächlich, da war die Kolonne: Mit Blaulicht, den „weißen Mäusen“, den Begleitautos. Und mittendrin: der Bus mit Nikita S. Chruschtschow, jenem Kreml-Herrn, der kurz davor den US-Aufklärungsflieger Gary Powers über dem Ural hatte abschießen lassen und der im Kalten Krieg die Schalthebel zur Atombombe in der Hand hielt."

Kein Albtraum. Prawda!

© Margret Moser 2020-02-04

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