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#abenteuer#magie#kenia

Denys Finch Hatton & ich

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Denys Finch Hatton & ich | story.one

Das ist der von Robert Redford luxusverkörperte Liebhaber in „Out of Africa“. Der, der der Meryl Streep alias Karen Blixen alias Tanja Blixen alias Isak Dinesen (Schriftsteller-Pseudonym), alias Tanne (so hat ihr Mann Baron Blixen alias Klaus Maria Brandauer sie genannt)… so schön den Kopf wäscht auf Safari.

Natürlich verliebte ich mich. Verstand ihn auch gut. Dieses Herumstreunen liegt auch mir im Blut. Ich kann sehr gut allein sein, fühl mich sehr wohl in einem winzigen Zelt. Mir ist nie langweilig. Auch nicht im Busch. Ich werde nur manchmal hungrig. Und zornig auf die Tauben. Die sind mir nachgeflogen bis in die Serengeti.

Ich verstand ihn, als Karen Blixen zu nörgeln anfing, ihn zur Heirat nötigte. Da gibt es dieses Gespräch, wo sie wirklich nervt und er traurig sagt: Du hast KEINE AHNUNG, wie diese Worte auf mich wirken! Ja, er kam und ging, wie er wollte. Es war aber doch auch schön, wenn eines Tages Mozart zu hören war, wenn sie vom Ausritt heim kam.

Ich bin auf dieser Terrasse gesessen. Die Farm, damals weit außerhalb der Stadt, liegt jetzt im Nobel-Bezirk, ihr zu Ehren Karen genannt. Das Haus ist genau so, wie man es von Fotos kennt. Ein Museum, wo man die Original-Knoblauchpresse (?? Macht aber nix.) sehen kann, mit der Kamante das Gala-Diner für Prince Edward gekocht hat. Der Tisch ist frisch gedeckt, mit Geschirr von damals. Vieles von der Original-Einrichtung wurde ja noch gefunden und von der dänischen Regierung zurück geholt. Karen Blixen hat penibel aufgezeichnet, an wen sie verkauft hat. Sehr traurige Szene im Film.

Ich habe alles gelesen, was es über die Personen in und um „Out of Africa“ gibt. Ich kenne die Geschichten besser als die Museumsführer. Und musste das natürlich auch „ausspielen“. Einen hab ich gefragt, wo die Kuckucksuhr ist, die ihre Kikuyus immer so erschreckt hat. Er wusste gar nichts davon.

Die Samburu-Freunde konnten meine tiefe Erschütterung an diesem Ort nicht nachvollziehen. Sie gingen zügig durch, schwatzten. Ich hätte mir einen Tag allein gewünscht. Dann wäre ich auf der Terrasse gesessen, mit Blick auf die Ngong Hills. Und auf die Reitstiefel in der Vitrine, von Meryl Streep und Robert Redford.

Was ich eigentlich erzählen wollte: Mein Denys flog kurz vor Karens Abreise nach Europa mit seiner Gypsy Moth nach Mombasa. Er wollte sie mitnehmen. Sie war eifersüchtig, auch eine andere Frau sollte mitfliegen. (Nein, nicht ich!). Sie flog nicht. Und er in den Tod. Letzte Nacht auf einer Farm in Tsavo. Die Töchter seiner Freunde gaben Onkel Denys einen Korb mit Orangen mit. Noch in Sichtweite ging das Flugzeug in Flammen auf. Alles verbrannte, bis auf die Orangen.

In London traf ich vor 4 Jahren eine Frau. Sie erzählte von Tsavo. Ihr Bruder lebte noch in DEM Haus, in dem Finch Hatton seine letzte Nacht verbrachte. Er hatte ein Buch geschrieben. Auf einem Foto sitzen zwei alte Damen, die Orangen-Mädchen von damals, auf den Stufen dieses Hauses.

Irgendwie führt also ein unsichtbares Band von mir direkt zu ihm!!

© Margret Moser 2020-04-23

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