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#lernen#sprachen#schule

Emannzipation

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Emannzipation | story.one

Emmanzipation? Emannzipation? Wie jetzt? Bin schon ganz verwirrt, seit der Rechtschreibreform kenn ich mich sowieso nicht mehr aus. Die hat mein Weltbild zerstört wie sonst nur der Mord an John F. Kennedy. Seit einige meiner Enkel Legasthenie studieren, isses ganz schlimm. Nachhilfestunden: Problem. Wie soll ich, im letzten Jahrhundert in meinen grammatikalischen Grundfesten erschüttert, meinen Enkelkindern glaubwürdig erklären, etwas müsste so oder so, keinesfalls anders geschrieben werden? Für mich unmöglich! Frau leidet ja, besonders im Vor-und im Wechsel an zunehmender Wahrheitsliebe. Ich zumindest. Bin sogar mit 50 u.a. deswegen outgesourct worden (schaut schlimm aus, das Wort, aber wir werden uns gewöhnen!)

Wenn L. fragt: Oma, wieso? Dann sag ich: Kind, denk gar nicht nach. Das hat – vor allem im Sprachbereich – gar keinen Sinn. Nimm es einfach hin. Aber…! Ich weiß es doch auch nicht! Ich weiß nur, dass es zu nichts führt, das Grübeln. Man müsste viele Jahrhunderte zurückgehen. Und das wollen wir doch beide nicht! Du willst doch am Nachmittag reiten gehen. Schon, Oma, aber… Nix aber. Take it as it is! Basta!

Ich zucke immer noch zusammen, wenn ich eine Schifffahrt mit drei f buchen soll. Und dafür auch noch viel zahlen, wo die Reisen wegen Thomas Cook und anderer Typen storniert werden.

Was hat die Pregi, Frau Prof. Preglau, uns gepredigt! Umsonst. Jeden Tag muss ich an sie und ihre verblichenen Bemühungen denken, nebenan ist eine Baustelle, da steht seit Monaten ein Kastenwagen namens Preglau. Mein Grammatiktrauma hat neuen Auftrieb bekommen.

Eigentlich wollte ich über Emmanzipation schreiben. Ei, Mann, Zipation! Was ist das denn? Tja, so genau weiß ich das nicht. Ich weiß nur, dass seit Jahren ein Gerücht die Runde macht, gestreut von Ster & Grissemann, die in Klagenfurt recherchiert haben. In einem Friseursalon, oder auch mehreren Salonen (Kärntner Plural, siehe auch Hotelle), jedenfalls für Herren. Dort haben sie meinen Landsmannen gemeine Fangfragen gestellt. Aber die Burschenschafter haben sich nicht fangen lassen von den piefkinesischen Wiener Tirolern. Die haben gesagt, was Sache ist. Nämlich die Weiba brauchnt ka Wahlrecht! Die haben doch genug wichtige Dinge zu tun! Koochn’n, putz’n, Mankale füttern, Kinda wickl’n. Und so weita und so furt…

Und iebahaup: Waßt, wos dos is, wenn a Frau ins Wohnzimma kimp? Noachant is die Kett’n z’lang, he! Haha!

Na gut. Zum Abschluss noch was Heiter-Versöhnliches aus dem Mutterland: Da Herr Lehra frogg: Kinda, kennts ihr mir an Sotz mit „Vaterland“ und „Kärnten“ büld’n? Da Franzi steht auf: Jo, I: Da Vata lahnt am Gortnzaun und denkt si: Jo, wen Kärnten deeee schean Tittalan???

(Der Vater lehnt am Gartenzaun und denkt sich: Ja wem gehören denn diese schönen Brüste?)

Ma, so liab, die Kärntna! Und von Frauen verstehen sie auch was. Aber viele gehen auch deswegen nach Graz studieren, damit sie lernen, wie man Em(m)an(n)zipation richtig schreibt.… (Oje, Fettnäpfchen)

© Margret Moser 2019-10-04

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