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#familie#enkelkinder

Nachmittag eines Falters

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Nachmittag eines Falters | story.one

Im Schuljahr 2013/2014 verbrachte Lisa (Name von der Oma geändert, da sind die Kids heute sehr empfindlich) meistens die Mittwoch-Nachmittage bei uns.

Es gab viel zu tun und jedes Mal fand ihr Spiel in einem bestimmten Umfeld statt, das sich erst kurzfristig vor Ort ergab. An dem bewußten Mittwoch sollte ein Falter den Verlauf des Nachmittags bestimmen und im Zentrum des Geschehens stehen.

Lisa fand den Falter matt im Gras liegend und erkannte sofort, dass er nur durch eine unverzüglich anberaumte Operation zu retten sein würde. Sie ruft das OP-Team zusammen und leitet die unmittelbar notwendigen Schritte ein.

1. Akt: Information der nächsten Angehörigen über die raschest einzuleitende Not-OP. Einholung der Unterschriften des/der Angehörigen mit Zustimmung zur Operation.

2. Akt: Unterschrift einer weiteren Angehörigen ( Gott sei Dank ist die Urli zur Stelle) - nur zur Sicherheit. Dann folgt eine Information über den genauen OP-Verlauf: „Er kriegt jetzt seine Herznadel.“ Wieder sehr korrekt mit Unterschrift der operierenden Oberärztin.

3. Akt: Es folgt eine Aufklärung über die Risiken der OP. Da sie selbst bereits mitten im OP-Geschehen ist, diktiert Frau Dr. Lisa Z. diesen Satz ihrer Assistentin O(ma). "Neben dem tödlichen Ausgang kann es auch sein, dass der Falter durch die OP, wenn etwas schief läuft, zu einer Biene geraten kann."

Aber bald darauf folgt die für alle erlösende Nachricht: „Er hat es überlebt. Bitte kommen Sie zunz!" (Abkürzung für "zu uns". Es musste alles sehr schnell gehen!)

Letzter Akt: Abschließend, nach erfolgreicher OP, völlig korrekter Weise noch einmal die Unterschrift der Angehörigen sowie der Leiterin des OP-Teams im zuständigen Krankenhaus, LKH Faunastraße, Graz, OA. Prof. Lisa Z. samt Hotline-Nummer, "falls es doch noch zu der einen oder anderen Tödlichkeit kommen sollte.......".

Alle diese Einzelschritte und Akte wurden handschriftlich beurkundet. Leider haben sich die eingefügten Beweise im jpg-Format beim Einkopieren in die story.one-Maske verflüchtigt. Dadurch geht natürlich einiges an Authentizität verloren.

Der darauffolgende Mittwoch war der bahnbrechenden Entwicklungs eines Anti-Gelsensprays gewidmet. Die Hauptzutat war Backpulver. Frau Prof. Lisa Z. brauchte Unmengen davon, so dass ich sie schließlich überzeugen musste, dass auch glattes Mehl von Farina den Nobelpreis für Humanmedizin nicht würde verhindern können.

© Margret Moser 2019-08-10

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