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#reisen#abenteuer#russland

Noch einmal St. Petersburg

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Noch einmal St. Petersburg | story.one

Es wäre einfach schade, die restlichen "Schmankerln" unserer weiblichen russischen Tourguides unter den 2500-Zeichen-story-Tisch fallen zu lassen....Übrigens: die Hälfte der Russinnen heißt Olga, die zweite Hälfte Lena, die dritte Hälfte Natascha.

Und es gab natürlich auch eine zweite Natascha, die nannten wir "Natascha die Dicke" (in Anlehnung an "Katharina die Große"), aber nur heimlich. Sie sagte auf der abendlichen Busfahrt zurück ins Hotel unter anderem: Mein seliger Traum war, Ihnen von Ringautobahn zu erzählen. Aber ich sehe, schon zu müde sind Sie.

Johann Strauß war 6 Jahre hintereinander in Pawlowsk, alle Petersburger Frauen wollten „ihm sein Herz schenken“. Er hat sich aber unglücklich in adeliges Fräulein verliebt. Durfte nicht heiraten. Endete in schöne Walzer „Abschied von St. Petersburg“.

Selbige Natascha erzählte auf der langen Fahrt nach Staraja Ladoga am Lagoda-See, (dort wo „Russland angefangen chat im Jahre 753) eigene Schwänke, u.a. über Datschen und deren Bedeutung für die Russen. Vor einigen Jahren beschloss sie selbst mit ihrem Mann, sich eine solche zu kaufen. Die Geschichte, wie sie dazu kam, nannte sie:

Chaus chinter Pfütze...

Ich chatte 1000 Euro auf der Chand. Das sollte schon genug sein. Natürlich findet man in Nähe von Petersburg keine Datscha um solche Preis, also muss man schon ein bisschen weiter fahren. Wir chaben Inserat in Zeitung gegeben. Es chaben viele Menschen angerufen, unter anderem alte Bauer. Er chat sehr geschwärmt von seine Chäuschen. Kostete 850 Euro. Allerdings es war 400km von Piter (so sagen die Russen liebevoll). Wir sind also chingefahren. Unsere Straßen sind schon (!) nicht so wie bei Ihnen. Und es waren nur mehr 15km. Aber da war große Pfütze. Mein Mann chat Bauer angerufen. Er sagte, es gibt schon andere Weg, aber dauert bisschen länger. Ich wollte Auto nicht alleine lassen. Also mein Mann ist mit Bauer alleine gefahren. Na ja, nach 3 Stunden wurde ich schon bisschen unruhig. Da kam schon bald mein Mann zurück. Er chat sehr geschwärmt von Chaus. So romaaantisch in Wald gelegen, und mit viele Piiilzen und Beeeeren und Bächlein. Nur kleine Umweg von 15 km, aber schon nicht solche Straßen wie bei Ihnen. Dann mußte man noch 20 Minuten laufen zu dem Chaus. Aber ich sagte nein. Aber seither ich erzähle immer von „Chaus chinter Pfütze“.

Ach, Nataschenka, auch ich würd gern so ein Häuschen haben, mit Pilzen und Beeren und Bächlein. Und daher nenne ich seither das Haus meiner Eltern in Kärnten, das wir geerbt haben und als "Sommerresidenz" lieben , einfach Datscha. Eine Birke habe ich auch gepflanzt, und der Schlüsselanhänger ist eine Matrjoschka.

© Margret Moser 2019-07-04

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