Ich geh`dann mal die Welt retten. Teil 2

Was war das denn? Sind den beiden beim Beamen einige Moleküle verrutscht? Sind sie gar nicht die, für die sie sich ausgeben?

Sind sie gar Klingonen? Und wenn sie Klingonen sind, wollen sie dann die Weltherrschaft?

Aber nicht kampflos. Nicht mit mir meine Herren. Da habt ihr euch mit der falschen angelegt.

Bei den Vorbereitungen für den nächsten Besuch, sah mich mein Mann an, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Aber ungewöhnliche Umstände, erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.

Die da wären: Schianzug, Winterstiefel, Handschuhe und Motorradhelm

Ich verabschiedete mich mit den Worten:“ Ich geh`dann mal die Welt retten!“

Ohne den Helm auf dem Kopf, denn wahre Helden tragen den Helm unter ihrem Arm bis kurz vor dem Showdown, sonst würde man die entschlossene Miene und das wehende Haar ja nicht sehen, machte ich mich auf den Weg. Und ganz wichtig, in Zeitlupe. Helden bewegen sich, um die Dramatik zu steigern, immer in Zeitlupe. Hat sich bei mir allerdings von selbst ergeben. Probiert mal, bei über 30 Grad im Schatten, euch schnell zu bewegen.

Einzig das wehende Haar war ein Problem, denn es war windstill, und mein Mann weigerte sich hartnäckig mit dem Ventilator neben mir herzugehen.

Na gut, wir sind hier nicht in Hollywood, mein Name ist nicht Bruce Willis, und ich will auch nicht langsam sterben. Also musste ich kleine Abstriche zur Kenntnis nehmen.

So schritt ich also unsere Straße entlang. Wie ein echter Weltenretter, langsam, entschlossen, nur ohne wehendes Haar.

Die Nachbarn hatten ungefähr den gleichen Blick drauf wie mein Mann, aber voll fokussiert auf meine Mission, hatte ich keine Zeit für Erklärungen.

Kurz vor dem Ziel setzte ich den Helm auf, und machte mich bereit.

Der Captain begrüßte mich mit den selben Worten, der Commander schaute skeptisch wie immer, gesellte sich dann aber doch zu uns. Essen, Massage, Plaudern alles wie ein gehabt. Nur als ich gehen wollte, Attacke von hinten.

Jeden Tag. Und täglich grüßt das Murmeltier.

In den folgenden Tagen wurden die Zuschauer mehr, manche wünschten mir lächelnd Glück, andere klopften mir auf die Schulter.

Als ich nach dieser Woche meiner Freundin die Schlüssel zurückbrachte, schaute sie fragend auf meine Kampfspuren. Gerade als ich anfangen wollte zu erzählen, kam Mr. Spock der Kater, strich um meine Beine, hüpfte auf meinen Schoß und schnurrte. Captain Kirk, der Papagei, ließ sich auf meiner Schulter nieder und pfiff das Lied:“ Guten Abend, gut Nacht...“

War das eine Drohung? Ein Versprechen?

Egal, auf mich konnt` ihr zählen.

Ich werde da sein um die Welt zu retten.

© Mari