Schrecklich schönes Leben

Dunkelheit, Verzweiflung, Angst, schrecklich schöne Angst. Ich zitterte.., am ganzen Körper zitterte ich, teilnahmslos, zerstört. Immer wieder schoss das selbe Wort durch meinen Kopf, wie elektrische Schläge. Hilfe. Hilfe. Hilfe. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, konnte keinen Sinn mehr in den Dingen sehen. Hilfe. Hilfe. Hilfe. Schon lange wusste ich, dass sich etwas ändern musste, dass ich etwas ändern musste. Denn nur ich allein konnte das in den Griff bekommen. Ich wusste das. Doch es viel mir so schwer. Ich kam kaum mehr aus dem Bett, stürzte in ein immer tieferes und noch dunkleres Loch. So lange, bis dann der Tag kam, an dem ich professionelle Hilfe suchte. Es war keine leichte Entscheidung, denn wie immer war da diese Angst. Sie drohte jede Sekunde noch mehr von meinem tiefsten Inneren aufzufressen, an sich zu reißen. Doch trotzdem sagte ich ja. Und schon alleine dieses Ja zeigte mir, dass es sich lohnt zu kämpfen. Schon nach diesem Ja fühlte ich mich besser. Fand meine Hoffnung wieder.

Und schon bald kam dann der Tag an dem ich wusste, ganz genau wusste, dass ich es schaffen würde. Es war der Tag eines Schulballes. Ich saß da auf den Treppen, zusammen mit meinen Freunden, so besonderen Menschen. Wir hörten die Musik. Jazz-Musik. Wir bewegten uns im Takt, sangen laut mit und kümmerten uns nicht darum, dass uns zahlreiche Gesichter schief anschauten. Dann forderte mich jemand zum Tanz auf. Vor ein paar Wochen hätte ich vielleicht nicht ja gesagt, aber an diesem Augenblick zögerte ich nicht einmal dieses so kurze, aber so mächtige Wort auszusprechen. Ein klares, glückliches Ja. Mein Herz versprühte tausende helle Funken. Es versprühte Wärme, Glück und tiefe Hoffnung. Ich schwebte über den Tanzboden und wusste, alles wird gut, alles ist schon gut. Man muss nur vertrauen und sich fallen lassen, in die Wogen des schrecklich schönen Lebens.

© Maria Kapferer