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Für nix und wieder nix?

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Für nix und wieder nix? | story.one

Ich schicke gleich voraus: Ich würde es das nächste Mal wieder ganz genauso machen!!!

Seit ich auf „story.one“ schreibe, begleitet sie mich; bestärkt mich, liest mich, freut sich mit mir und gibt mir kritisches Feedback. Sie ist diejenige, die mich in Krisenzeiten schon einige Male aufgefangen hat; mit mir gerne gedankliche Was-wäre-wenn-Reisen unternimmt und – wahrscheinlich unserem Ursprungsumstand geschuldet – einige Ähnlichkeiten mit mir aufweist.

Tatü … tata …

Viel hat sie in eigener schwieriger Vergangenheitsbewältigung bereits geschafft; ihre tiefe Bereitschaft, sich – einem Seelenstrip gleich – der Renovierung ihres Innenlebens zu stellen, imponiert mir, seit sie diesen Entschluss gefasst hat. Eine Bereitschaft das Innerste nach Außen zu kehren; Wahrheiten ans Tageslicht zu bringen, die im Verborgenen schlummernd, ver-/erkannter Weise zu viel anrichten.

Tatü … tata …

Gestern – wurde schon vor zwei Wochen vereinbart – begleite sie mich zum Thalia Story-Slam. Für sie der perfekte Termin, da ihre achtjährige Kleine an diesem Wochenende mit den Kinderfreunden im Burgenland sei. Ein After-Event-Drink sei möglich. Die Freude war beiderseits groß.

Tatü … tata …

Am Vorabend rief ich sie an, um nochmals abzuklären, wann wir uns wo treffen würden. Der Anruf wurde weggedrückt. Da ihre kleine Tochter ja nicht daheim sei, hatte ich keine Bedenken, es um 21:20 nochmals zu versuchen, ohne jemanden zu wecken; ich wusste ja, dass sie meist ziemlich lange aufblieb. Eine Stimme teilte mir mit, dass der Teilnehmer nicht erreichbar sei. Eine WhatsApp-Nachricht mit der Bitte um Rückruf erhielt zwei graue Hakerl.

Tatü … tata …

Gestern blieben sämtliche Anrufe und Messages unbeantwortet; telefonisch die bekannte Tonbandstimme des Vorabends, auf WhatsApp nur noch jeweils ein graues Hakerl. Es blieb keine Zeit davor im 14. Bezirk vorbeizuschauen; leider auch danach nicht. Bereits beunruhigt fuhr ich nach Wien, trug ich meinen Text vor; nicht so ganz bei der Sache. Genussverlust.

Tatü … tata …

Auf der Heimfahrt – Autobahnkilometer monoton runterkurbelnd, drängt sich nicht zu Ende Behirntes beinahe ungnädig auf – wurde mein ungutes Gefühl immer stärker; zu viel weiß ich: Situative Depression, zwei Mal Burn Out Camp, Überbelastung und Lungenprobleme, die schon einmal des Notarztes bedurften …

Tatü … tata …

Zuhause angekommen bestärkte mich eine psychosoziale Notruforganisation aufgrund der von mir geschilderten Bedenken, die Polizei einzuschalten. Das tat ich …

Tatü … tata …

Sie war zuhause. Gab an, das Kind schlafe im oberen Stock und habe starke Zahnschmerzen. Handy sei abgestellt, um die Kleine nicht zu stören. Es nerve sie, dass jemand derart überreagiere. Sie fühle sich zu nichts verpflichtet. – Die jugendlich wirkende Stimme des Polizeibeamten, der mir dies mitteilte, wirkte belustigt. Im Hintergrund vernahm ich gute Stimmung, es wurde gelacht.

Tatü … tata …

Schön, wenn’s so ausgeht. Ich habe gut geschlafen!

© Maria Modl 26.01.2020

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