Schreibblockade – Chaos im Kopf!

Seit Tagen trage ich einen inneren Kampf mit mir aus. Aussagen – egal, ob bewusst zum Zwecke des Verletzens platziert oder auch nicht – wurden meist ganz einfach abgebeutelt. Früher. Damals, als meine eigene Leichtigkeit des Seins noch mit einer herrlichen Nonchalance einherging. Doch die Zeiten ändern sich und mit ihnen ihre Menschen. Offensichtlich auch ich. Ich bin empfindlicher geworden, lege viel mehr auf die Waagschale als wahrscheinlich notwendig, bin angreifbarer und spüre dies auch.

Heute ist der neunte Tag meiner Schreibabstinenz. Rien ne vas plus – seit dem letzten Junitag. Und das zu einer freien Zeit, die Zeit übrighat, um sinnvoll narrativ tippend genutzt zu werden. Lediglich eine Handvoll Worte wirkte und wirkt noch immer, um meine schreibende Würde anzukratzen. Ein Novum für mich. Bisher hat kratzen können, wer oder was auch immer es versucht hat; chancenlos.

Jetzt im Jetzt ist es meine Aufgabe nicht aufzugeben. Der Moment meiner Unsicherheit, der sich vervielfältigend weiter- und weitervergegenwärtigt, fordert mich und ich fordere ihn. Gerade erlebe ich wahrscheinlich das Drama meines eigenen Missverstehens bezüglich des Dramas des Missverstehens, dem zugrunde liegt, wie missverständlich unterschiedlich Zufälle auf Menschen wirken können. Unvorstellbares wird zur Hürde der Imagination. Wird zum Auslöser des Infragestellens. Wird zum Vorwurf. Wird zum Stolperstein, den ich nicht mehr so einfach mit Schwung aus dem Weg kicken kann.

Aber ich überlege Strategien. Mein innerer Such-/Findmodus ist mir bewusster denn je; lotet Gründe aus verzeihender zu werden, dem Handeln anderer nicht zu viel an Bedeutung beizumessen und noch bewusster zu meinen Worten zu stehen als bisher. Schließlich sind es die Begegnungen, die das Leben so unendlich bereichern. Selbst die herausforderndsten, jene, die dich und dein Handeln infrage stellen und dich daran wachsen lassen.

Es gibt eben nichts, das es nicht gibt!

© Maria Modl