Antonia - Der Weg zurück

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Antonia - Der Weg zurück | story.one

Die Bekanntschaft mit Antonia begann über die sozialen Medien. Sie war die neue Partnerin eines Bekannten. Die beiden besuchten mich einmal und zwischen Antonia und mir stimmte die Chemie sofort. Wir unternahmen fortan vieles gemeinsam und es entwickelte sich eine schöne Freundschaft. Ich war auch an Antonias Seite, als ihr Partner an Krebs starb. Das Leben musste weitergehen. Antonia überstand die schwere Zeit und auch bei mir änderte sich einiges. Ich lernte meinen Freund kennen und die Mädelsabende und Unternehmungen mit Antonia wurden seltener. Überhaupt hatte ich das Gefühl, Antonia interessierte sich für meinen Freund. Die beiden arbeiteten eine Zeitlang in derselben Firma und jedesmal, wenn ich Antonia traf, erzählte sie mir, wie nett doch mein Freund war und wie gut sie sich verstanden. Mein Misstrauen wuchs und es gab nur eines, und zwar schnellstens den Kontakt mit Antonia abzubrechen. Die wird mir nicht in meine Beziehung pfuschen! In einem Telefonat erklärte ich ihr, dass ich keinen Kontakt mehr mit ihr wollte und dass ich auf "Freundinnen", die mir meinen Partner ausspannen, keinen Wert legte. Ihre Proteste, sie hätte das nie vorgehabt und außerdem selber einen Freund, ignorierte ich. Ich sah sie oft, aber ging grußlos an ihr vorbei. Die konnte mich doch mal! Fünf Jahre später - ein Faschingsfoto von Antonia und mir fiel mir in die Hände und ich erinnerte mich an die Tage unserer Freundschaft. Schade eigentlich um diese Freundschaft, dachte ich. Da beschloss ich kurzerhand, ihr auf WhatsApp zu schreiben. Ich wartete .... keine Antwort .... dann Stunden später die Nachricht: "Wir können uns mal auf einen Kaffee treffen" Ich schrieb sofort zurück und freute mich total, dass das Eis gebrochen war. Wir haben uns ein paar Tage später zufällig getroffen und waren beide froh, dass wir wieder normal miteinander reden können. Die Vertrautheit zwischen uns war trotz allem immer noch zu spüren. Antonia sagte mir, es hätte ihr sehr weh getan, dass ich damals die Freundschaft mit ihr beendet habe. Für einen Kaffee hatten wir keine Zeit, aber den holen wir nach. Ob es die Freundschaft von früher wieder gibt, wird sich zeigen. Aber wir sind auf einem guten Weg. Bemerkung am Rande: Ich hatte seit langer Zeit Schmerzen in der linken Hüfte und die sind seit der Versöhnung auch weg. Die kamen von meinem ewig verkrampften Gang, weil ich immer in der Erwartung war, Antonia irgendwo zu sehen und mich dann wieder über alle Maßen zu ärgern,weil ich der Tussi schon wieder über den Weg laufen musste. Jetzt geht es uns beiden besser und ich kann nur jedem, der die Story liest, empfehlen, Unfrieden und Streit wenn möglich zu beenden. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass der Körper so stark reagieren kann und das Gefühl, wenn man sich wieder ohne Ärger begegnen kann, ist einfach nur schön und bereichert die Lebensqualität ungemein. Ich bin froh, auf mein Herz gehört und den ersten Schritt getan zu haben.

© Maria Pobatschnig 07.03.2020