Ein Zuhause für Charly

  • 82
Ein Zuhause für Charly | story.one

Bei meinem Partner zogen im September 2014 die beiden Tigerkater „Charly“ und „Tiger-Baby“ seines Vaters ein. Dieser hatte eine Katzenhaarallergie bekommen und musste sich von den Katern trennen. Ich war erst kurz mit meinem Partner zusammen und erlebte die Eingewöhnungsphase der beiden von Beginn an mit. Mein Lebensgefährte hat noch einen Hund, Felix, ein Pekinese, der sich mit den beiden Katern gleich verstand. Eine Zeitlang lief alles perfekt, bis Charly anfing, andauernd außerhalb des Katzenkistchens zu pinkeln. Mein Partner war genervt deshalb und schimpfte natürlich oft mit Charly. Tiger-Baby war sein Liebling und das ließ er Charly auch deutlich spüren. Immerhin war er ja der, der immer unnötig Arbeit machte. Er erbrach sich auch noch regelmäßig. Ich sagte, er soll zur Tierärztin. Nein wozu, das hatte er früher auch öfters und das kommt und geht, war seine Antwort. Es vergingen eineinhalb Jahre, wo es eigentlich recht gut lief. Dann wurde es Oktober 2016 und Charly fing wieder vermehrt an, zu erbrechen und zu pinkeln. Der Urin war blutig. Ich schickte ihn wieder zur Tierärztin, aber die Reaktion war dieselbe wie 2014. Es sei nicht notwendig, weil es ja wieder aufhöre. Jetzt wollte er Charly sogar ins Tierheim geben, weil es so nicht weitergehen konnte mit dem „Vieh“. Ich traute meinen Ohren nicht! War DAS der sonst so liebevolle Mann, den ich kannte?? Ich sagte, dass er das ganz einfach nicht machen könnte. Natürlich könne er das! Er würde ein neues Bett für uns kaufen und er würde sich das sicher nicht wieder versauen lassen! Mir tat Charly einfach nur leid, weil er erstens nicht die ihm zustehenden Streicheleinheiten bekam und zweitens wohl auch eine Krankheit hatte, die dringend behandelt werden musste. Charlys Lichtblick war wohl ich. Ich besuchte meinen Partner oft und wenn Charly mich sah, sprang er mir in die Arme und ließ sich von mir streicheln. Ich hatte noch meinen Hund Maxi, einen Malteser-Shi Tzu mit 16 Jahren, und ich wollte Maxi nicht mit einem neuen Tier konfrontieren. Aber als mir mein Partner sagte, er hätte mit dem Tierheim telefoniert und könnte Charly hinbringen, sagte ich kurzerhand, dass ich Charly zu mir nehme. Niemals lasse ich zu, dass er ins Tierheim abgeschoben wird. Es war auch kein Problem mit Maxi, da Charly das Zusammensein mit einem Hund kannte. Charly lebte sich gut ein und schlief mit Maxi zusammen im Hundekörbchen. Die beiden waren sich sofort sympathisch. Allerdings hatte Charly das Problem mit dem blutigen Urin und dem Erbrechen immer noch und ich bestand darauf, dass mein Partner ihn zur Tierärztin brachte. Es stellte sich heraus, dass Charly an Gastritis litt und eine akute Entzündung der Harnwege hatte. Charly bekam eine Spritze zur Reinigung der Harnwege. Nach zwei Tagen war der Harn blutfrei. Die Nahrung wurde auf Diät umgestellt. Er hat sich zu einem sehr schönen Kater entwickelt und dankt es mir jeden Tag mit seiner innigen Zuneigung, dass ich ihn vor dem Tierheim bewahrt habe.

© Maria Pobatschnig 03.07.2019