Ausgerechnet Mexiko

Um ehrlich zu sein, meine aktuellen Sehnsuchtsorte für Reisen liegen in England, Italien, um die Ecke, auch mal weiter weg - gerne aber mit einer Anreisezeit von unter einem Tag.

Warum es dann unbedingt und ausgerechnet Acapulco sein mußte, ist eine andere Geschichte, ganz freiwillig war es jedenfalls nicht. Dann waren die Tickets gebucht und ein paar Wochen später - mitten im Winter - ging es los. Alle, die wir in Acapulco treffen wollten oder schon viele Reisen nach Mexiko gemacht hatten, haben uns immer wieder gesagt, alles ganz easy, alles hat bisher immer gut geklappt... Wir wirken wohl immer noch zögerlich.

Unser Flug sollte um die Mittagszeit starten, wir waren sicher drei Stunden vorher am Flughafen, es hatte heftig gescheint. Wir sind dann sogar eine Maschine früher - auf Empfehlung der Fluggesellschaft - nach Frankfurt geflogen. Dort am Flughafen habe ich mich wirklich über hunderte von Feldbetten gewundert, aber gut, wer weiß.

Gerade noch als letzte Passagiere haben wir den Flug nach Mexiko-City erreicht, um dann auf dem Rollfeld geschlagene drei Stunden auf die Enteisung zu warten. Zeitlich war trotzdem alles im grünen Bereich, dachten wir. Genau nur 3 1/2 Minuten waren wir dann zu spät am Gate für den Anschlußflug nach Acapulco - aber wir waren zu spät.

Geendet hat die ganze Sache damit, daß wir eine Nacht am Flughafen von Mexiko-City verbracht haben, die mir einfach immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Es war eine sehr kalte Nacht (gut, daß mein Mann - ich mache mich oft lustig darüber - immer Handschuhe und Schal mitnimmt, auch mitten im Sommer), und wir waren hungrig und müde. Nach langen Wegen kreuz und quer durch den Flughafen saßen wir endlich in der letzten offenen Bar und verspeisten mit großen Hunger all das, was die Küche bot. Es war authentisch, köstlich und genau das, was wir - laut unseren Mexikovielfliegern - keinesfalls essen sollten. Unvergessen auch die Szene in der mein Mann ganz alleine in der rießigen Abflughalle für den nächsten Tag saß, nur noch ein Mann mit mexikanischem Hut und einem Poncho (ein richtiges Original, jedenfalls in meiner Vorstellung) im weiten Rund der leeren Sessel. Ein Feldbett - aber die gab es nur in Frankfurt - wäre übrigens jetzt prima gewesen.

Aber dann war die Nacht um, der Weiterflug startete pünktlich und endlich - nach einer längeren Taxifahrt - waren wir auch in dem wunderschöne Hotel, daß man für uns ausgesucht hatte. Mit Blick über den ganzen Strand - hoch oben auf einem Berge gelegen. Schnell noch die Kreditkarte am Empfang hinterlegen und dann - ich träumte schon von einem weichen Bett, etwas zu Essen und zu Trinken - einfach entspannen. Als der Portier uns dann noch sagte, die Kreditkarte sei nicht gültig (???) und leider könne er uns zwar den Zimmerschlüssel geben, aber einen Vorschuß für Essen und Trinken nicht... Lachend und hungrig lagen wir im Bett - es sollte ein herrlicher Urlaub werden und gut, daß wir noch heute Geschichten rund um die Reise erzählen können.

© MariaGrosch