Max und Paul Momente und ein Tag am See

Ein heißer Tag und schon seit dem Aufwachen freuen wir uns alle auf ein Bad im See. Aber wir wissen auch - zumindest die Erwachsenen - dass es am späten Nachmittag am Schönsten sein wird. Deshalb ist Warten angesagt....

Wir machen Pläne was wir dann alles machen wollen - es soll eine Wasserschlacht werden, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Und schwimmen wollen wir und schauen, wer am schnellsten ans andere Ufer kommt.

Das Proviant sind Gummibärchen und Käsebrote vorgesehen und alles kommt in die große Badetasche.

Max, inzwischen fünf und in diesem Sommer zum ersten Mal für ein paar Tage zu Besuch, übt schon seit dem ersten Tag draußen auf der Terrasse, wie er uns und vor allem seinen Onkel mal richtig naß machen kann. Er hat ja auch einen "Spritzimilator" - seine neue Geheimwaffe. Eigentlich ist es eine ganz normale Wasserspritzpistole, aber Max hat sie gleich "Spritzimilator" genannt, das klingt doch einfach schon nach mehr Spaß und vor allem Action.

Am See angekommen dauert es nicht lange und die Wasserschlacht tobt. Hin und her und hin und her und kein Sieger in Sicht. Auch ein anderer Junge hat sich nun dazu gesellt, den wir eigentlich gar nicht kennen. Er war einfach da und hat mitgemacht.

Mal wieder denke ich, Kind müßte man sein. Einfach mal mitmachen und nicht so lange nachdenken.

Und dann muß ich an Paul denken. Wir habe ihn eigentlich gar nicht kennenlernt, hatten keine Chance dazu. Er wäre heute zwei Jahre alt geworden, wenn er mehr als nur einen Tag auf dieser Welt gehabt hätte.

Und wenn ich die Kinder im Wasser sehe, bin ich traurig. Welche Worte hätte er sich ausgedacht für Dinge, die eigentlich schon einen Namen haben? Was hätte er alles erlebt? Wie wären seine Tage am See gewesen?

Ich schicke - wie schon so oft - den Eltern in Gedanken Kraft und Mut und nehme mir selbst vor, jetzt den Tag mit dem "Spritzimilator" einfach als Geschenk zu nehmen und gleichzeitig zu wissen, wie groß dieses Geschenk ist.

© MariaGrosch