Und dann auch noch ein Buch

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Ich liebe Bücher und das, was Bücher und ihre Geschichten mit mir machen.

Wo bin ich nicht überall gewesen: in fremden Ländern, auf den 8.000ern dieser Welt, in fremden Häusern und fremden Leben, an meerblauen Lagunen in der Karibik, in der Wüste, ich bin gerudert, habe Radrennen gefahren, bin Marathon gelaufen, war Archäologin, Bäckermeister, Pferdeflüsterer, habe im einem Schloss gewohnt und ein Hotel geleitet, habe Gorillas gestreichelt und bin mit Walen geschwommen.

All das habe ich nicht wirklich erlebt, aber beim Lesen war ich dabei - wie ein guter Freund, der einen anderen begleitet. Ich habe viel gelernt, miterlebt, geliebt und gelitten und wenn ein Buch zu Ende war, war ich irgendwie auch alleine. Weg waren die Träume, die Menschen und deren Gedanken, die ich beim Lesen gut kennen gelernt hatte. Und beim nächsten Buch ging alles wieder wunderbarerweise von vorne los...

Und nur nebenbei - es braucht nicht immer hunderte Seiten um dabei zu sein. Das geht auch mit ein paar Zeilen - einer kurzen Geschichte.

Bücher verschenke ich wirklich gerne. Was mich dabei antreibt ist die Vorstellung der Freude der Leserinnen und Leser beim Lesen und auch Menschen überhaupt für Bücher zu begeistern. Für diese kleinen Fluchten aus dem Alltag; das Träumen vom nächsten Essen, für das man gerade ein Rezept in diesem Buch gefunden hat, das schon seit drei Jahren unberührt im Regel steht; für das Wissen von Neurowissenschaften, dem besten Baumschnitt im Frühjahr, von Agiltät und vielen anderen Themen, die man braucht oder brauchen könnte.

Und dann war da auch ein Lächeln. Deshalb habe ich eigentlich angefangen Geschichten zu schreiben und dann an ein eigenes Buch zu denken. Wenn ich es recht bedenke, waren es sogar mehrere Menschen die lächelten - darunter auch ich selbst. Da hatte ich meine erste Geschichte geschrieben und es gab ein Like. Da wollte jemand eine nächste Geschichte und hat sich gefreut, wenn sie kam.

Und es hängt ja auch irgendwie zusammen. Wie Max Frisch gesagt hat: Schreiben heißt, sich selber lesen. Das Abenteuer geht also weiter - sich selber lesen und andere lesen - gefüllte Tage mit ganz viel Leben.

Und wenn mir mal gar nichts mehr einfällt, greife ich ins Regal und lese nochmal ganz von vorn "Hummelchen findet einen Schatz" - mein allerliebstes Kinderbuch.

© MariaGrosch