Im Hochzeitskleid meiner Oma

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Im Hochzeitskleid meiner Oma | story.one

Damals war ich acht, ich fuhr immer in den Schulferien auf den Bauernhof meiner Grosseltern. Ich spielte dort mit meinen Cousins am Feld, am Traktor, zwischen den Silos und im Haus meiner Oma.

Von aussen sah alles sehr schoen aus. Eines Tages beschlossen wir in den alten Stall zu gehen und zu spielen, dass wir heiraten. So zog ich mir das rote Hochzeitskleid meiner Oma an und wir schreiteten zum Stallaltar. Wir sagten beide "Ja", und kuessten uns.

Ist das normal?

Eines Tages spielten wir am Hochboden im getrockneten Mais und mein aeltester Cousin begann mich zu beruehren ueberall.

Ist das normal?

Eines Tages spielten wir im Wohnzimmer meiner Grosseltern und bauten uns ein Haus fuer unsere Familie, als wir in dem Haus aus Polstern waren beruehrte er mich wieder ueberall.

Ist das normal?

Eines Tages standen wir zu zweit hinter dem Silo und er versuchte mit seinem Penis in mich einzudringen.

Ist das normal?

Manche Menschen wuerden sagen, dass sind vielleicht Doktorspielchen im jungen Alter. Ich kann mich aber erinnern, dass ich es nie wollte, sogar meiner Mutter sagte, dass sie meine Tante anrufen solle, weil ich nicht mehr will, dass meine Cousins das mit mir machen.

Zwoelf Jahre spaeter baute mein Cousin ein Haus mit seiner Freundin, mit drei Kinderzimmern bevor die Kinder ueberhaupt geboren wurden. Ich bekam eine Fuehrung durch das Haus und bekam schon ein schlechtes Gefuehl, vor allem in dem Schlachthaus fuer die Schweine. Ich unternahm damals aber nichts.

Zwei Jahre spaeter, kurz vor Ostern, war ich in Berlin mit einer meiner besten Freundinnen und besprach das Thema und sagte ihr: "Falls seine Freundin schwanger wird, Will ich Etwas unternehmen und die Geschichte damit aufloesen."

Ueber Ostern fuhr ich nach Oberoesterreich. Die gesamte Familie sass am Essenstisch. Es war das erste Mal, dass die Freundin meines Cousins fuer die gesamte Familie kochte und man spuehrte ihre Aufregung in der Luft. Bevor es ans essen ging, machte sie eine Ankuendigung. "Ich bin im zweitem Monat schwanger und wir werde bald heiraten."

Ich war in einer Schockstarre und ging nach dem Essen eine rauchen. Er kam auch aus dem Haus und ich gratulierte ihm zu der Verlobung und zum Kind. Seine Antwort war:"Noch mehr Geld und noch weniger Zeit."

Ich war schockiert wie man eine Entscheidung in seinem Leben treffen konnte die einen so ungluecklich macht.

Sie gaben mir noch eine Fuehrung durch das Haus, als wir ins Kinderzimmer gingen sagte er zu mir:"Das sind die Moebel aus meinem Kinderzimmer." und schaute mich mit einem eigenartigen Blick an.

Ich fuhr ab und sagte mir ich muesse im Sommer wieder kommen um mit seiner zukuenftigen Frau zu reden um die Geschichte aufzuloesen, ich sah es als meine Aufgabe die Kinder zu beschuetzen.

Das Leben aber spielte anders und ich ging nach Mexiko fuer den Sommer.

Zwei Wochen spaeter, an Vollmond, bekam ich die Nachricht "Das Herz des Kindes hat in meinem Bauch aufgehoert zu schlagen, es wird eine Totgeburt."

© MariposaAzul 16.07.2019