little dunk

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little dunk | story.one

Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd. Sport und Musik, dachte ich mir, statt zappen und wischen, wäre nicht schlecht für den Junior. Cello musste es sein, unbedingt. Der Bogen allerdings aktuell manchmal eher Lichtschwert aus Star Wars Episode III denn Teil eines Instrumentes. Wir werden sehen, Geduld ist alles. Und Basketball hat er sich ausgesucht. Warum ausgerechnet Basketball, dachte ich mir. Warum ich mir das dachte?

Ein Basketballkorb für die U10 ist 260 Zentimeter hoch. Mein achtjähriger Sohn ist blonde 130 Zentimeter klein - macht nach Adam Riese Faktor 2. Biologisch ideale Voraussetzungen also. Idealmaße für diesen Sport geradezu.

Step one: Ein Basketballkorb, mobil, Plastikfuß, mit Wasser zu befüllen, wurde geschenkt. Ich war in meinem ästhetischen Empfinden (Bauhaus-Style bevorzugt, vor allem: möglichst wenig - von allem. Und das Wenige möglichst schwarz oder weiß) empfindlich getroffen. Das Schlimmste aber konnte ich abwenden: dass so ein Ding an und in (!) die Hauswand geschraubt würde. So also den Korb auf den asphaltierten Parkplatz gerollt, geflutet, Höhe eingestellt und siehe da: keine dreißig Minuten später waren alle Nachbarskinder versammelt: Street-Basketball. Das verbindet ungemein, wirklich, und zwar Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Wen´s nicht verbindet, für den ist´s relativ laut. Also Zwangsehe, wenn man so will, zumindest teilweise. Die Begeisterung für Ball und Korb und Spiel wuchs.

Step two: Unser Nachbar, schon pensioniert, war Hallensprecher bei den Flyers Wels, ein Basketball-Fachkundiger und -Fan par excellence also. Er ist seit Aufstellen des Korbes Trainer, Manager und Motivator in Personalunion. Geduldig gibt er Tipps und füttert meinen Sohn mit Fachbegriffen. Defense, Korbleger, Guard - ich verstehe nur Bahnhof. Endgültig geschehen war es nach einem Besuch eines Super-Liga-Spiels: Rasanz, Zusammenspiel und Fairness haben auch mich beeindruckt.

Step three : Wir haben einen Verein gesucht und gefunden. Zusammenhalt wird großgeschrieben. Trainiert wird konsequent und mit viel Spaß, Jungs und Mädchen gemeinsam. Fairness, Regeln, menschliche Wärme - alles was man braucht, gibt´s dort. Jedes, wirklich jedes Mal geht er gerne hin. Turniere spielen sie auch: Motivation in Form der übergroßen Trikots mit Name und Nummer; sie hängen vor dem Spiel in der Umkleide, ein Hauch von Profi-Feeling. Und dann eine Mannschaft lauter kleiner Stöpsel auf dem Feld, einer cooler als der andere. "Wir gewinnen eh!" sagt mein Sohn, eigentlich steht er schon mit einem Bein in der NBA. Nur dass noch ein knapper Meter fehlt ...

Sie kann noch gelingen, die Vermittlung der wahren Welt an Kinder. Körperbeherrschung und Team Spirit einerseits. Fairness und Regeln, die dies unzweideutig sicherstellen auf der anderen Seite. Wenn man das ins Leben übertragen könnte, wäre viel gewonnen.

Nur das mit dem Lichtschwert müssen wir noch transformieren, aber ansonsten:

Dunking!

© Martin Wald 26.01.2020