Wien-Liebe

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Wien-Liebe | story.one

Die Wienwoche vor 36 Jahren in der 4. Klasse Hauptschule war für uns der erste Besuch in der Bundeshauptstadt. Auf dem Programm standen zahlreiche Museums-Besuche wie Kunst- und Naturhistorisches Museum.

Ich erinnere mich noch an fesche Kärntner Jungs, die wir vor dem NHM trafen – und die ebenfalls auf Wienwoche waren. Die Burschen vor dem Museum interessierten uns damals jedenfalls mehr – als die Führung danach im Inneren des Museums.

Nachdem wir alle die Sissi-Filme gesehen hatten, war der Besuch des Schlosses Schönbrunn ein besonderes Highlight: Auf den Spuren von Franz & Sisi durch die Prunkräume zu wandeln, war beeindruckend und einfach schön.

Wir besuchten das Heeresgeschichtliche Museum und in Erinnerung blieb der Wagen und die Uniform, in der der Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo ums Leben kam.

Wir besuchten natürlich auch den Stephansdom, den Graben und flanierten durch die Kärntner Straße. Das diese die teuerste Straße der Stadt war – wussten wir spätestens seit den DKT-Spielen.

Einen besonderen Überblick über die Stadt bekamen wir, als wir den Donauturm hinauffuhren, um Wien von oben zu betrachten.

Eine Begegnung ist mir bis heute in Erinnerung geblieben: Wir hörten schon von ihm im Vorfeld: Der Friedens- und Umweltaktivist namens Waluliso (die Abkürzung für Wasser, Luft, Licht und Sonne) gehörte damals untrennbar zu Wien. Wir lauschten seinen Ausführungen. Jemand fragte ihn, was er unter seinem Gewand tragen würde? Er antwortete: „Sind wir nicht alle, unter unseren Kleidern – nackt?“

Waluliso setzte sich für den Erhalt der Donau-Insel und der Lobau als Naherholungsgebiete ein. Seine Botschaften wie: „Wir Alten sollen nicht immer wieder schimpfen und spotten über unsere Jugend“ und „Es ist Zeit, dass man aus Heldenplätzen Friedensplätze macht“ – sind aktueller denn je.

Viele Jahre später arbeitete ich für eine Woche in der ÖVAG in Wien, um die Abläufe des ausländischen Zahlungsverkehrs kennen zu lernen. Nach Dienstschluss gingen wir immer - noch etwas trinken. Vor Mitternacht kam ich nie zur ins Hotel. So lernte ich die Wiener Lokal-Szene von Insidern kennen. Es war somit auch, eine Art Fortbildung.

Seither bin ich – sooft es irgendwie geht, zu Besuch in Wien. Viele Freunde leben da und manchmal besuche ich musikalische Aufführungen im Wiener Konzerthaus. Ich freue mich, wenn ich zu Veranstaltungen eingeladen werde, zB. in die altehrwürdige Hofburg – oder in den DC-Tower.

Ich mag die Wiener, die bunte Vielfalt, die vielen Bemühungen und Anstrengungen – um Wien zu gestalten und zukunftsfit zu machen.

„Unser Wien ist echt – ned deppat“ – um es mit den Worten des Altbürgermeisters Michael Häupl zu sagen.

Ich mag Wien sehr.

© Martina Huemer 21.09.2019