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OUT(ING)!

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OUT(ING)! | story.one

„Es tut mir leid, ich habe dich ins Out geschossen. Nichtsahnend...“

So schrieb mir eine Autorin von story.one eine Nachricht und noch viel mehr. Hmmm, eigentlich tu ich das lieber selber als „lasse tun.“ Richtig bemerkt hatte ich es nicht, aber gespürt, dass ich nicht everybody‘s Darling bin. Nun das ist nicht erst seit jetzt.

Ins Out befördern, beherrsche ich gut bei mir. Erst vorgestern. Wir verbrachten einen wunderbaren Abend, „Wein, Weib und Gesang“. Man redete und schwelgte, plante und erzählte von geplatzten Träumen, von Lebensgewohnheiten, vom Schicksal und vom Glück. Von Erfahrungen. Ich bin wie ich bin und redete zuviel. Eigentlich nur einen Satz!

Was wusste er schon? Einwenig aus meinen Geschichten, ein bisschen von meinem realen Leben. Fakten!

Und doch. Da sitzt mir ein Mann gegenüber, dessen Herz übervoll von Gefühl, Glaubenssätzen und Erfahrungen ist. Und ich, eine Frau, die leicht ( aber wirklich ein Hauch bloß) von Chaos verbreitet. „Hey, wir hatten doch vereinbart, wir bringen unser Leben nicht durcheinander!“

„Ja stimmt. Dafür haben wir genau 1 Stunde gebraucht. Durcheinander!“

So sass ich gestern auf meiner Terrasse und war müde. Einem Dauerzustand seit einiger Zeit. Eine Nachricht von ihm. Er beschrieb den Satz, er beschrieb, wie es ihm ging und ich fühlte mich an die Wand gefahren, bewertet. Ich fühlte den erhobenen Zeigefinger, ich fühlte wie ich Stein für Stein, meine Wand aufbaute und während er weiter schrieb, mischte ich das Füllmaterial für meine Wand. Ich schwieg! Ich war still. Ich hatte keinen Platz für seine Gefühle. Ich hatte mich selbst ins Out geschossen, weil ich so sein möchte. Ich will niemandem gefallen. Ich will mir gefallen. Ich will fallen. Ich versank in mir und einer Überdosis Musik, ich verwässerte mein Gefühl mit Tränen und ich genoss mein erbärmliches ICH-Sein im Out.

Nicht genug und fuhr zum Friedhof. Meine Mutter besuchen, hörte mit ihr Musik im Schatten einer Linde. Zupfte an den Blumen und weinte. Hörte Angels und fühlte mich erschöpft. Ich war glücklich traurig allein zu sein. Kein Mensch weit und breit und so konnte ich alles loswerden an Gefühlen. Meine Mutter lauschte schweigend und in Gedanken erzählte ich ihr alles. “Hey, Mama.. ich hab da wen kennengelernt ... schau mal!“

Ich schickte ihm ein Bild von der Linde. Er antwortete mir:

“Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum... und eine Linde ist mein Lieblingsbaum. Und alle Sommer welche in ihr schweigen, rühren sich wieder in den tausend Zweigen und wachen wieder zwischen Tag und Traum.“

Plötzlich spürte ich ihn also neben mir. Ich darf also fallen. Ich darf im Out sein. In meinem Out, meinem selbstgewählten. Ich werde aufgefangen, nicht liegengelassen.

Ich danke dir dafür.

Fanta 4 singt in NAME DRAUF: “Komm schon dich nicht was soll auch groß passieren? Außer Krone richten, wieder los marschieren. Am Ende hinterlässt du dem Rest der Welt das für was du stehst nicht wegen was du fällst!“

MERLIN!

Deine Gefühle sind mir wichtig.

© Matrixe 01.08.2020

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