Hai-Alarm

Meine Freunde der Peter,der Franz,der Fritz und ich segelten entlang der Türkischen Südküste. Es war ein Überstellungs-Törn von Rhodos via Marmaris nach Athen im Jahre 1983. Ich war das erste Mal auf einer Hochseejacht unterwegs und für mich war alles aufregend ......Segelsetzen,ein Ruder in der Hand zu halten,den Wind und das Meer zu beobachten....Ein Ruf von Fritz...."Delphine voraus" ,einfach schön wie sie vor unserem Bug spielerisch aus dem Wasser sprangen. Kurz vor Marmaris sahen wir noch wie einige Haie eine verlorengegangene Lebensmittelkiste umkreisten. Zollabfertigung in der Türkei,von Griechenland kommend auch nicht ganz einfach,besonders dann nicht ,wenn die Nationalitäten -Fahne nicht rechtzeitig gewechselt wurde......Aber wie gesagt,das lag hinter uns und wir segelten Richtung Bodrum. Es war bereits Nachmittag und wir fanden eine windgeschützte ,einsame Bucht und warfen den Anker......ein Bilderbuch -Platz mit rötlichem Kieselstrand und klarem Wasser.Unser Boot lag etwa 150m vom Ufer entfernt und ich wollte so schnell als möglich ins kühle Nass.Gesagt,getan,sprang ich von Bord und rief meinen Freunden noch zu,das ich Holz für ein Lagerfeuer sammeln werde.Sie versprachen etwas später mit dem Beiboot und den Köstlichkeiten vom Markt nachzukommen..... den Wein nicht vergessen rief ich... und schwamm los. Herrlich war es nach einem Segeltag im Wasser!......Plötzlich bewegte sich unter mir etwas Dunkles ....ich wagte nicht hinzuschauen.....ein Hai,durchfuhr es mich. Er blieb auf gleicher Höhe mit mir und ich spürte wie er näher kam.Um nicht hektisch zu werden ,schwamm ich in Zeitlupe ganz langsam,...."Er-auch !!Das Ufer war noch etwa 30m entfernt.....mein Herz raste und ich erwartete den ersten Biss......der Meeresgrund wurde jetzt flacher .....erst jetzt wagte ich einen panischen Blick unter Wasser,das Dunkle kam jetzt ganz nahe heran ....es war mein eigener Schatten......ich war"Gerettet".Erschöpft und erleichtert schlurfte ich ans Ufer, streckte mich aus und blieb eine ganze Weile einfach liegen.

Erst zu später Stunde, am Lagerfeuer gab ich unter dem Gelächter meiner Freunde meine Hai-Atacke zum Besten. Mittlerweile bin ich schon tausende Seemeilen gesegelt und auch einigen Haien begegnet, aber die Panik von damals werde ich nie vergessen.

© MAX BAYER