Achte auf deine Worte

"Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte, denn sie können Taten werden.

Achte auf deine Taten, denn sie prägen dein Leben!"

(Talmud).

Willst du mir den Himmel schenken?

Deinen Himmel? Unseren Himmel?

Himmel ist nicht "sky", wo die Flugzeuge fliegen und Wolken sich begegnen. Der Himmel kann auf Erden sein. Und überall.

Am Berg, im klaren Wasser des Sees. Auch in einer Umarmung, einem zärtlichen Kuss.

Himmel kann man erfinden und gestalten.

Auch zerstören, mit Füßen treten. Kinder tun das gerne. Im Spiel.

Sind wir wie die Kinder?

Schenken wir uns Himmel und zerstören ihn wieder? Vielleicht unbewusst. Im Spiel, das wir Alltag nennen.

Dieses Stück Papier von dir. Das ich gefunden habe. Als es uns noch gab.

In diesem Blatt ist der Himmel zu erkennen.

Ich drehe das Blatt um. Die Rückseite ist leer. Also keine Hölle. Das ist vielleicht hoffnungsvoll.

Soll ich die Rückseite beschreiben? Mit neuem Leben füllen? Tue ich das gerade, oder spielt die Phantasie mir einen Streich?

Du weißt ja, Buchstaben werden lebendig, sobald sie "anima" eingehaucht bekommen. Aus Sätzen einen Himmel zu formen, das wäre doch was!

Das sollten wir ausprobieren. Dafür musst du aber zu mir kommen, anders geht das nicht. Um den Worten eine Seele einzuhauchen.

Welch eine Kraft, die so ein Stück Papier entfachen kann!

Und auch Feuer. Dann wird es aber verbrennen.

© Maximilian Gstöttner