GFK-Fest

Die Feste sind zu feiern wie sie fallen. Kennt jeder. Bei uns am Land halten wir uns auch daran. Am Mangel an Feierlichkeiten kannst du dich jedenfalls nicht beschweren. Jeder Löschzug richtet seinen Feuerwehrfrühschoppen aus. Das Rote Kreuz schoppt ebenfalls bis der Arzt kommt. Dazu kommen Markt- und Straßenfest, sowie der Michaeli- und der Weihnachtsmarkt. Und die jeweils jährlich abgehaltenen 3tägigen Wald- und Pfingstfeste. Selbst heidnische Bräuche wurden nicht fallen gelassen. Daher dürfen wir nach wie vor Sonnwend und neuerdings Helloween feiern. Im Alpenraum gibt es zusätzlich Krampusläufe, welche mit Nikolo abgeschlossen werden. Und bei rund 90 Vereinen, ständig Jubiläen und Feierlichkeiten zu diversen Anlässen. Ist man sozial vernetzt, ich meine natürlich im herkömmlich trationellem Sinn, kommen allerlei andere Feste auf einen zu. Der Klassiker: Geburtstage, vor allem die Runden. Dicht gefolgt von den kirchlichen Zeremonien wie Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit und Beerdigung, wobei letztere ja leider nur mehr absent, im besten Fall als stiller Beobachter genossen werden kann. Wer in die Kirche geht, darf jeden Tag die heilige Messe feiern, wobei hier im krassen Gegensatz zu allen anderen Aufgezählten sehr wenig Alkohol fließt, höchstens der Gastgeber, Hochwürden, darf sich einen Schluck Wein genehmigen. Die anderen sitzen auf dem Trockenen. Selbst im Kindergarten gibt es das Sommerfest, das Martinsfest und allerlei andere Zusammentreffen, um das Vorankommen der Sprösslinge gebührend zu würdigen. In der Schule wird vor allem das Ende gefeiert. Dieser Anlass wird von den Beteiligten oftmals am Ausgelassensten zelebriert, wenn auch getrennt. Die Schüler auf ihrer Kulturreise zum Summer Splash und die Lehrer im alljährlichem 2-Monats-Ausnahmezustand. Nicht zu vergessen, Sponsions-, Promotions und Pensionsfeiern. Wenn wir umziehen oder Haus bauen, gibt es Wohnungseinweihungs- und Firstfeiern. Alles aber harmlos zu den Firmenfeiern, allen voran der besinnlichen Weihnachtsfeier, bei der es nicht selten zu spontan praktizierter christlicher Nächstenliebe kommt. Ähnlich bei den Faschingsfestivitäten - alles gut, ist man dort doch nicht selbst, sondern ein Indianer, Play- oder Cowboy. Diese Liste stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und ich frage mich nun, ob wir nicht homos celebramus geworden sind. Die meisten dieser Feiern sind wiederkehrend, manche einmalig. Die Eine eher lustig, die Andere eher traurig. Es gibt Öffentliche und Private. Ein-Tages- und Mehr-Tagesfestivitäten. Die Anzahl und Art variiert stark nach Region, Kultur, Religion und Milieu. Eines ist aber allen gemein. Die intrinsische Motivation ihrer Gruppe bestimmte Ereignisse zu feiern. Unser Dorf hat jedenfalls beschlossen, dass wir den Anschluss ans Netz zelebrieren - und zwar mit einem GLASFASERKABELFEST!!! Geht nicht leicht über die Lippen, egal, Hauptsache es wird gefeiert.

© Max@Mustermann