Up and Downs

Beim letzten Mal ging es um die Grundsatzfrage Hund oder nicht Hund. Nun möchte ich über die konkreten Erlebnisse der ersten 3 Wochen berichten, welche leider auch durch die erste Krankheit Kingstons geprägt waren. Kranke Kinder, sei es Mensch oder Tier, sind doppelt arm, da sie ja ohnehin noch mit schwachem Immunsystem ausgestattet und somit auch gefährdeter für Infektionen aller Art sind. Unser Liebling hat sich eine schwere Atemwegserkrankung samt Lungenentzündung eingefangen, welche sich durch röchelndes Husten und Kurzatmigkeit bemerkbar macht. Aufgrund der verringerten Lungenleistung vergrößerte sich bereits die rechte Herzkammer, um das Nachbarorgan zu kompensieren. Leider griffen die ersten beiden Antibiotika nicht. Zwei andere Welpen aus dem Wurf hatten sich auch infiziert und sind mittlerweile geheilt. Daher sind wir guter Dinge, dass auch unser kleiner Racker wieder gesund wird. Nicht Auszudenken, was wäre wenn ... Der örtliche Veterinär grüßt mich jedenfalls, was Freundlichkeit und Dauer betrifft bereits auf A-Kunden-Niveau. Ein etwas kühlerer Blick und ein kurzes Grüß Gott würden mich in diesem Fall nicht stören. Behalten wir die derzeitige Besuchsfrequenz bei, sind wir wir bald per Du und möglicherweise weiter. Ansonsten quitschlebendig sollte sich Kingston in dieser Verfassung schonen. Papperlapp - Bring das einem verspielten Welpen mal bei!! Da beißen sich die besten Humanmediziner beim Homo sapiens die Zähne aus. Glücklicherweise leidet er nicht an Appetitlosigkeit. Ganz im Gegenteil: sein Kampfgewicht hat sich von 4 auf 6 Kilo erhöht, was wir alle deutlich zu spüren bekommen. Auch wenn wir ihm schon einige Kommandos (Stups, Sitz, Platz, Bleib, Komm, Brings, Aus, Tabu, Twist) beigebracht haben, ist er natürlich noch sehr verspielt. Sein absolutes Lieblingswerkzeug: die kleinen, nadelspitzen Zähne. Es versteht sich von selbst, dass die verbotenen Dinge am Aufregensten sind. In diesem Punkt unterscheiden wir uns vom Hund nicht im Geringsten. Jede noch so kleine Unaufmerksamkeit und Schwäche wird schonungslos ausgenutzt. Polster, Jacken, Schuhe, Decken, Tischbeine, Ohren, Finger, Zehen, Handys, Ladegeräte, Kabel, Schuhlöffel, Klavier , eigentlich alles wird angenagt. Die dafür vorgesehenen Patschen, Kautaue und Beißbälle sind Statisten. Am frühen Abend hilft dann gar nichts mehr. In seinen narrischen fünf Minuten flippt er völlig aus. Da hilft meist nur eine kleine Runde im Garten oder als Alternative ein Ochsenziemer, dessen Duft vor allem beim Frauchen keine Begeisterungsstürme auslöst. Der für jeden Haushalt typische Geruch ist nun reichhaltiger. Überhaupt sollte man nicht zu geruchs- und schmutzsensibel sein. Unser Terracotta-Fließenboden ist nun goldeswert. Der Perserteppich liegt bereits zusammengerollt in Sicherheit. Kingston liegt ausgestreckt überall, wo es ihm passt. Am liebsten auf der Wohnzimmercouch. Aber das ist eine andere Geschichte.

© Max@Mustermann