What?

Das Why wäre nicht so wichtig habe ich mal gemeint und damit keinenfalls sagen wollen, dass wir ohne Sinn, ohne Ziele, durchs Leben gehen sollen. Und natürlich spielt der Inhalt meines Tuns, das What, eine Rolle, aber das Wie und mit Wem eine mindestens gleich große. Ich glaube jedenfalls, dass ich ohne gute Beziehungen zu anderen Menschen ein viel ärmeres und statistisch gesehen auch kürzeres Leben führen würde. Der Mensch ist ein Wolf, kein Tiger. Auf die Frage was Menschen, die kurz vor ihrem Tod stehen gerne anders gemacht hätten, kommt in allen Kulturen und Schichten mit überwiegender Mehrheit die gleiche Antwort: Mehr Zeit mit vertrauten Menschen verbringen. Überhaupt konzentriere ich mich schon seit geraumer Zeit darauf meine Lieben bewusst zu pflegen. Früher wollte ich es oft jedem Recht machen, wollte keine Gegner oder gar Feinde. Viel wichtiger ist es jedoch sich um ein paar Freunde zu schauen. Denn nicht nur in der Not gleicht die Anwesenheit eines Freundes dem Erreichen einer Oase in der Wüste. Also habe ich mich vor ein paar Jahren hingesetzt und frei nach Salcher eine Partyliste erstellt. Nun gehöre ich glücklicherweise zu jenen Menschen, denen es schwer fällt, die Einladungsliste einer Feier auf 12 Personen zu beschränken. Die ersten Plätze waren schnell vergeben. Danach wurde es aber richtig spannend. Was mir ohnehin vorher bereits klar war, aber deswegen umso bewusster wurde: einen wirklichen Freund, Top 3 Platzierten, treffe ich viel zu selten. Obwohl wir seit Jahren nur mehr rund eine Stunde Autofahrt voneinander entfernt wohnen. Das war verrückt und musste daher unbedingt zurecht gerückt werden. Also griff ich zum Hörer, besser gesagt Handy, und teilte ihm meine Überlegungen mit. Gleichzeitig schlug ich ein Quartalstreffen vor. Da ich auch einer seiner besten Freunde bin, stimmte er sofort zu. Bei unserem Sommertermin 2018 in Wien teilte er mir in einer herzlichen Umarmung mit, dass er sehr froh sei, dass wir uns jetzt wieder öfter sehen und er bereits glaubte mich zu verlieren. Ohne mich würde ihm etwas Essentielles fehlen. Mir auch. Denn wie wir die Dinge sehen, uns in Sachen verlieren, also kontemplatives Denken, macht uns aus. Die Welt ist all das was wir betrachten und unsere Vorstellung darüber. Die Welt ist also immer nur unsere Welt. Umso schöner, wenn es jemanden gibt, mit dem man die eigene Welt teilen kann.

© Max@Mustermann