Die Chaos-Mama - und der Lasertag-Test

Dein Sohnemann wird 10 Jahre alt und es muss eine Geburtstagsparty geplant werden. Die Regel „Pro Jahr ein Kind“ würde bedeuten, dass zehn 10-jährige bei dir daheim herumlaufen und alles auf den Kopf stellen. Spätestens wenn sie beginnen, auf der Couch zu hüpfen und eine Polsterschlacht veranstalten, kannst du nur noch die heikelsten Gegenstände retten und beten. Nein, danke!

Indoorspielplätze sind sowieso eine Strafverschärfung und die Tatsache, deine zehn dir anvertrauten Burschen inmitten all dem Gewusel regelmäßig zu orten, stresst ungemein. Malworkshops und ähnliches sind für das männliche Geschlecht – auch wenn sie erst zehn sind – ebenso zum Würgen wie animierte Partys, wo ihnen die Spiele vorgegeben werden. Zusätzlich vermindert ein Geburtstagsfest im Dezember auch die Auswahl an üblichen Outdoor-Aktivitäten.

Also was tun? Der Kindesvater schlägt Lasertag vor, dies sei optimal für das Alter und von einem Kollegen empfohlen worden. Die ahnungslose Mutter informiert sich und ist schockiert. Der kleine Junge soll bewaffnet durch eine Halle laufen und auf andere Kinder schießen – das geht ja gar nicht! Dafür bist du zu sehr Pazifistin. Jahrelang hast du versucht, im Fasching die Cowboys und die Polizisten zu entwaffnen und Werbung für Feuerwehrmänner und Vampire gemacht. Aber du scheiterst bei der Auswahl einer geeigneten Alternative. Was macht also die besorgte Mutter? Am Anfang kostest du ein Löfferl vom Hipp-Glas, um zu schauen, ob die Temperatur passt. 10 Jahre später feierst du deinen eigenen Geburtstag mit deinen Freundinnen in einem dunklen Keller bewaffnet mit Laserpistolen, um zu überprüfen, ob das auch deinem Kind schmecken könnte.

Da stehen wir nun. Zehn Mamas – alle über 40 – und sehen nicht ganz so lässig aus wie Angelina Jolie in Tomb Raider. Aber es ist unglaublich! Ausgehend von einem kichernden, unsicheren Haufen entwickeln wir uns sehr schnell zu coolen Gangsterbräuten. Wir verstecken uns hinter Fässern und schießen auf alles, was sich bewegt. Leider schießen wir uns auch unabsichtlich gegenseitig ab. Brille vergessen oder Adrenalinschub? Egal. Gott sei Dank ist Laufen verboten und die Verfolgung erfolgt nur in schnellen Schritten. Trotzdem steht mancher von uns der Schweiß im Gesicht. Angstschweiß oder schon beginnende Nebenwirkung des Wechsels? Auch egal. Wir sind gar nicht mal so schlecht – glauben wir zumindest – bis wir am Ende unseren Punktestand sehen. Aber auch das ist egal! Wir haben richtig Spaß und rote Wangen vor lauter Aufregung. Definitiv besser als das Vorkosten der Hipp-Gläser!

Wichtigste Erkenntnis: Auch Mamas brauchen Zeit zum Spielen!

Interessantestes Geburtstagsgeschenk: Ich habe meine erste NERF-Pistole bekommen (die ganz kleine für die Handtasche, da ich nun als schießwütig gelte)

PS: Sohnemann bekam natürlich danach auch seine Lasertag-Party, nachdem diese Freizeitaktivität von den zehn unabhängigen Experten hinreichend getestet worden war.

© Melly_Mojito