Ein Gurkerl für CHER

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Ein Gurkerl für CHER | story.one

Tja, Patrick war nicht der einzige Fauxpas der mir mit Prominenten in meinem Leben passiert ist. Insgesamt erwischte es mich sage und schreibe 3 Mal und auch das - true stories!

Man schrieb den 01.06.2004 und meine von mir bis zur Selbstaufgabe verehrte Göttin gab ein Konzert in Wien -Cher. Ich weiß , Geschmäcker sind verschieden aber jetzt mal Musikgeschmack hin oder her , ich bin eben ein Fan. Nun selbstredent, dass ich mir eine gute und ebenso teure Karte für das Konzert besorgte.

Zu dieser Zeit hatte ich eine sehr gute Freundin die in einem Nobelhotel in Wien im Management arbeitete. Sie rief an und da sie wußte, welcher Bewunderer ich von Cher war startete sie sofort mit der Frage" Was meinst du wer bei uns abgestiegen ist?" Und "Ich hätte da noch eine Karte für einen kleinen VIP Empfang bei uns nach dem Konzert..."!

Nachdem ich ihr die Ehe, mein Haus und mein Auto versprochen hatte trafen wir uns und sie übergab mir den VIP Ausweis ( keine Angst, nach Le Mans der einzige den ich jeh wieder in Händen hielt).

Das Konzert war absolut phänomenal und ich war komplett begeistert. Danach raste ich mit dem Taxi zum Hotel. Ich war überrascht, wie rasch ich mit meinem VIP Pass sämtliche Kontrollen passierte und fand mich in einem kleinen Saal mit einem beeindruckenden Buffet wieder. Es waren schon eine Menge Leute da. Journalisten und andere VIP`s wie ich einer war - also die niemand kannte.

Die Zeit verging und es wurde immer später aber - keine Spur von Cher. Das Buffet war mittlerweile eröffnet und ich belud einen kleinen Teller mit allerlei Köstlichkeiten, suchte mir einen Sitzplatz auf einer kleinen, zweisitzigen roten Couch und begann die Delikatessen in mich hineinzuschlingen.

Zugegeben ich merkte schon, dass es da etwas Tumult gab und auch Blitzlichtgewitter doch ich sah überhaupt nicht was los war. Es war allerlei Gedränge und plötzlich merkte ich , dass sich ein Gast neben mich auf die kleine Couch setzte.

" Did you enjoy the show as well honey"?

Ich sah in große, katzenförmigen Augen meiner Göttin, hatte gefühlte 47 Grad Körpertemperatur und meine Ohren verbrannten scheinbar gerade. Sie war keine 50 cm von mir entfernt. CHER. Ich wollte sie fragen ob wir heiraten, 5 Kinder haben oder ich zumindest ihr Gärtner werden darf.

Doch - das Canapè- dass ich zuerst gierig, fast quer in den Mund steckte hinderte mich.

Um zu vermeiden meiner Göttin beim kleinsten Versuch zu sprechen ein Gurkerl oder gekochtes Ei ins Gesicht zu spucken , nickte ich nur und antwortete "hmmmmm".

"Enjoy" kam abermals von ihr gefolgt von einem Lächeln und sie entschwand.

Nun, ich denke sterben muss schöner sein. Ich hatte das Gefühl 1000 Augen starrten mich gerade an und wählten mich gerade imaginär zum "Koffer des Jahres".

Auf der Fahrt nach Hause konnte ich an nichts anderes mehr als diesen Moment denken und er wurde mit jeder Sekunde noch schlimmer und peinlicher.

Cher sang an diesem Abend ein Lied mit dem Titel "a world without heros"und ich wußte , dass sie MICH damit meinte.

© Merlin64 05.04.2020