Mc Dreamy, a true story

  • 233
Mc Dreamy, a true story | story.one

Zu meinem 45. Geburtstag bekam ich das Geschenk meines Lebens. Der Cousin meines besten Freundes, ein wohlhabender Industrieller,erfüllte sich seinerseits einen Lebenstraum und fuhr als Rennfahrer bei den 24 h von Le Mans mit . Die beiden schenkten mir nun also einen "Special VIP Pass" für das Rennen und ich durfte bei diesem Event mit dabei sein.

Überflüssig zu sagen, dass die Atmosphäre an der Rennstrecke, die Sportwagen und vor allem die Möglichkeit in den Boxen und auch hinter den Kulissen sein zu dürfen für mich der absolute Wahnsinn war.

Kurz nach dem Start des Rennen, und nachdem sich mein Tinnitus wieder einigermaßen beruhigte, streifte ich hinter den Boxen und im Fahrerlager umher. Die Rennwagen, der Motorenlärm, der Geruch von Öl, Benzin und Gummi, man betritt eine anderen Welt. Mein Kumpel und ich durften, aufgrund der VIP Passes auch zu den Motorhomes von anderen Rennteams wie sich auch die Rennfahrer in den Motorhomes ihrer Konkurrenten trafen.

Da ereilte uns ein Anruf der Freundin meines Kumpels. Sie war sehr aufgeregt und meinte, dass Patrick Dempsey auch "Mc dreamy" genannt, als Fahrer bei Ferrari dabei ist. Sie würde nie wieder ein Wort mit meinem Kumpel reden wenn er ohne Foto von Mr. Dempsey zurück käme. Ich sagte nur " na sicher mach` ma des" ohne zu wissen , wie Mr. Dempsey überhaupt aussieht da ich ihn weder aus Serien noch aus Filmen kannte.

Tags darauf.

Das Rennen war viele Stunden schon am Laufen und es war Zeit für`s Frühstück. In Ermangelung einer Schlafstatt sah ich bereits furchtbar aus und darum fiel mir nichts besseres ein als im Motorhome Gästebereich von Ferrari zu frühstücken. Mir gegenüber saß ein gut aber sehr müde aussehender Werksfahrer von Ferrari, den Rennoverall bis zur Hüfte offen und heruntergezogen und frühstückte ebenfalls.

Die Chance. Also fragte ich kurzerhand ob er einen Fahrerkollegen hatte der Patrick Dempey hieße den ich nämlich für ein Mädchen fotografieren solle. Ein unvergesslicher Blick aus fragenden Augen starrte mich an. Dicht gefolgt von einem gequälten Lächeln. Dann zog der Mann lässig eine Hälfte des Overalls hoch und ich sah den Schriftzug darauf.

P a t r i c k D e m p s e y - und die amerikanische Flagge.

Nachdem ich kurz versterben wollte und mein Verhalten einem früh Pupertierenden nicht unähnlich war, lachten wir aber beide über die Situation. Wir tranken Kaffee unterhielten uns und Patrick meinte - Darum mag er Europa. Da kann er sich noch relativ frei bewegen. Ich denke aber, dass er das aus reiner Höflichkeit sagte. Wir machten mehrere wirklich coole Fotos von einem coolen Schauspieler.

Das Rennen selbst verlief für ihn nicht besonders erfolgreich denn er schrottet seinen Ferrari kurz darauf mit Totalschaden. Vermutlich dachte er kurz an den Komiker beim Frühstück.

Der Cousin meines Freundes belegte in seiner Klasse den unglaublichen 3. Platz.

Mein Kumpel brachte die Fotos stolz wie eine Kriegsbeute mit nach Hause. Seine Freundin und er sind mittlerweile getrennt.

© Merlin64 05.04.2020