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DAS KIND SCHBEIBT

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DAS KIND SCHBEIBT | story.one

Der Muttertag verlief gerührt mit meiner "Hijita", Florida war ganz nah! (@ MAMACITA). Da wühlt das Mutter Hirn in längst vergangenen Episoden...

Der Kulturschock war groß bei meiner Ankunft in Österreich. Direkt von New York, Rio und Hongkong, in ein Dorf im Flachgau. Mein pinker Overall mit 20 cm breitem Ledergürtel erregte Aufsehen im Gastgarten vom Dorfwirt. In High Heels durch den Kies! Die direkten Haus Nachbarn waren überfordert, diese "Stodingerin" in ihr gewohntes Schema einzuordnen. Ich konnte mich nicht darum kümmern, denn ich war glücklich schwanger!

Die süße aufgeweckte Tochter war 4 Jahre alt, als wir von meiner Gürtelmacherin eingeladen wurden. Sie war die "Gürtel Inge", eine begabte Künstlerin, die meine ausgefallene Mode in meiner Boutique aufpeppte. Mann und Kind und ich waren zu einer Brotzeit am Nachmittag eingeladen. Es gab deftige Sachen und unsere Kleine mag wie ich gerne Wurst. Es war eine fette Salami, die hatte es ihr angetan und ich musste auch noch Butter auf das Brot schmieren. Alle meine Warnungen: "Das ist viel zu fett so!" wurden ausgeschlagen.

Zuhause angekommen drohte das Abend Ritual, das wir Eltern leider nie ganz in den Griff bekamen. Dazu kams nicht! SIE SCHBEIBT! schreie ich! (Noch dazu auf die schöne Textil Tapete! trotz Schock konnte ich diesen praktischen Gedanken nicht ausschalten!) Der überrumpelte Vater rennt herbei, springt über das Telefonkabel, was vor der Tür gespannt war, haut sich den Kopf am Türstock an und fällt wie vom Blitz getroffen um! Kind schaut ganz neugierig auf den benommenen Vater am Boden und die Emergency erprobte weit gereiste ex-Stewardess, LACHT!

Loriot hätte seine Freude gehabt! Mein Hirn kommt wieder zu sich, der Mann am Boden auch. Ich drücke ihm ein Handtuch auf die Wunde, mach einen Druckverband! Dann will ich Kind waschen gehen. No way, der scharfe Geruch ihres Mageninhalts zwingt mich zu einem schnellen Besuch auf der Toilette. Salami adiós! Interessiert steht das Kind in der Tür. "Mama ist dir schlecht?" "Alles ok Schnecki!" Schnell einen Schluck Wasser, Kind in die Badewanne, Mann so gut es geht verbunden, Tapete abbröseln von kleinen roten...pfui Deifi! Die Situation war an Dramatik und Komik nicht zu überbieten!

Eigentlich sollte die Wunde im dicken Haupthaar meines Mannes genäht werden, aber wir waren alle zu geschafft um noch in die Klinik zu fahren. MORGEN! Aus morgen wurde dann ein irgend wann mal, aber da hat der Körper schon lange selber "zugenäht". Salami gab es nie wieder und zu viel Fett, das liegt in unserer weiblichen Epigenetik, vertragen wir nicht. Textil Tapeten wurden in den kommenden Häusern und Wohnungen auch nie wieder an die Wände geklebt.

EIN UNGLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN!

Bild: Elefant von crochettherapy.com

© Micaela Hemesath 11.05.2020

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