Abenteuer im Oman I

November 1998.

Wir, Tom und ich waren seit ein paar Tagen von Dubai kommend mit einem Leihgeländewagen, abseits der Hauptrouten im Oman unterwegs. An diesem Tag machten wir Mittagsrast direkt am Ufer des arabischen Meeres. Die Hitze war groß, die kleine Bucht und kristallklares Wasser luden ein zum Baden. Ich watete ins hüfthohe Wasser und war umgeben von einer Unzahl kleiner bunter Fische. Wie immer bei solchen Trips hatte ich eine Taucherbrille mit durch die ich bereits nach ein paar Metern, in ganz kurzer Entfernung einen kleinen Hai erblickte. Nicht gewöhnt an solche Begegnungen beeilte ich mich so schnell wie möglich aus dem Wasser zu kommen und Tom zu warnen, der im Begriff war weiter raus zu schwimmen. Erst wollte er mir nicht glauben, aber vom Ufer aus sah ich dass es sich nicht nur um "kleine" Fische handelte. Wir setzten uns also auf eine Uferklippe und beobachteten das maritime Treiben. Anfangs traute ich meinen Augen nicht, was sich hier wie in einem Freiwasseraquarium abspielte. Es war total beeindruckend an dieser menschenleeren Küste Haifische zu beobachten die in unmittelbarer Ufernähe ihre Kreise zogen. Wir genossen dieses Schauspiel der imposanten Rückenflossen mit einem leichten Gruseln stundenlang, ohne besonderes Verlangen nochmal zu schwimmen, bevor wir zur Hafenstadt Sur weiterfuhren.

Früh am nächsten Morgen gingen wir zum Fischhafen wo wir ein turbulentes, an längst vergangene Zeiten erinnerndes Szenario erlebten. Die Fischer brachten ihren Fang von ihren hölzernen Dhaus zum Strand, auf dem bereits etliche Haie verschiedener Art, Thunfische, Rochen, Marlins usw. lagen. Hier warteten bereits die Fischhändler und Kunden und wir beobachteten dieses turbulente, orientalische Feilschen und Handeln mit Vergnügen.

Also, hatten wir uns gestern nichts eingebildet und die Haie waren echt, groß und lebendig. Ein Dankeschön an die Taucherbrille.

© Michael Schober