Besuch bei den Berggorillas

März 2007

Nach den Tagen am Ruwenzori nutzten wir die Gelegenheit im benachbarten Ruanda die Berggorillas zu besuchen.

Während der Fahrt im Grenzgebiet von Uganda, Kongo und Ruanda auf einer sehr kurvigen, Erdstrasse stoppte uns, im Zuge einer Kollision ein LKW mit dem ungewöhnlichen Logo, SCHOBER-HOLZ. Ich staunte, hier meinen Namen zu sehen.....

Eine Nacht verbrachten wir im berühmten "Travellers Rest-Hotel" wo die Gorillaforschung mit Persönlichkeiten wie Bernhard Grzimek und auch Dian Fossey begann. Ein ungewöhnlich schöner, harmonischer Platz.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Grenzort Kisoro und reisten nach längeren Grenzformalitäten in Ruanda ein. Diese verzögerten sich, weil ein Tourist die Aussenwand des Grenzhäuschens, mit einem Pissoir verwechselt hatte und es dann ausführliche, völlig berechtigte Belehrungen des Zollbeamten zu diesem Thema setzte...

Ruanda mit 26000km2 ein winziges, dicht besiedeltes Land in dem sich 1994 einer der furchtbarsten Genozide des 20. Jahrhunderts ereignet hat... 2007 zählte man 12 Mio. Einwohner.

Unser Tagesziel war die Lodge "Gorillas Nest" im Nationalpark der bis 4000m hohen Virunga Vulkane, wo wir die Nacht verbrachten..

Am nächsten Morgen, nach kurzem Briefing, gingen wir mit den Nationalpark Rangern, in den dichten Regenwald um eine Gorillafamilie zu sehen. Zum Schutz der Tiere durften pro Tag insgesamt nur 32 Touristen dieses Gebiet betreten. Die Besuchsdauer war mit 1 Stunde begrenzt. Zuvor waren bereits die Spurensucher los gewandert um eine Tiergruppe zu finden und über Funk deren Aufenthaltsort zu melden. Möglichst lautlos und angespannt, aber auch ein wenig ängstlich schlichen wir durch den Urwald. Wir hatten großes Glück denn bereits nach einer Stunde bedeutete uns ein Ranger anzuhalten und vollkommen still zu sein. In kurzer Entfernung sahen wir eine Gorilla Familie, bestehend aus einem imposanten Silberrücken, einigen Weibchen, jungen Männchen und Kleintieren. Wir näherten uns schrittweise und beobachteten und fotografierten das familiäre Leben der Gorillas dann 1 Stunde aus 3m Distanz. Ich war gerührt vom liebevollen Umgang des Chefs mit den Mitgliedern seiner Familie und hatte auch gehörigen Respekt vor dem ca. 300kg schweren Koloss. Schwer beeindruckt traten wir leise den Rückweg an.

Zuvor deponierte ich, seinem Wunsch gemäß, den Ring eines an den Rollstuhl gebundenen Freundes im Urwald, den er mir dazu mitgegeben hatte....

Am nächsten Tag fuhren wir durch das sehr fruchtbare, dicht bepflanzte Gebiet zurück nach Uganda. Jeder m2 schien ein Gemüsebeet zu sein. Nach kurzem Grenzprozedere, waren wir wieder in Uganda und im Ort Masaka wo man direkt auf dem Äquator steht.

Der sorgsame Umgang mit den Berggorillas in Ruanda ist ein Beispiel wie sich Tourismus positiv auf das Überleben einer bedrohten Art auswirken kann.

Ich bin heute noch dankbar diese wunderbaren Tiere in freier Wildbahn gesehen zu haben.

© Michael Schober