Höhenkrank am Mera Peak

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Höhenkrank am Mera Peak | story.one

November 2009

So lang hab ich mich vorbereitet auf diese Reise. Erstmals im lang ersehnten Nepal.

Mit einer 14 köpfigen Trekkinggruppe unter Leitung von Peter, einem Schweizer Bergführer sollten wir 4 Wochen lang unterwegs sein.

Bei enormer Hitze starteten wir von Kathmandu kommend in Tumlingtar auf 350m Seehöhe. Durch das Tal des Arunflusses, der auch Gelegenheit zum Baden bot wanderten wir langsam unserem Ziel dem 6461m hohen Mera Peak entgegen. Täglich gingen wir so 5 - 7 Stunden in wunderbarer Gegend und schraubten uns so immer höher. Die erste Woche ging es mir recht gut. Nach 7 Tagen und einem sehr anstrengenden Tag mit 1000hm Aufstieg wurde mir während einer kalten Zeltnacht auf 4300m sehr schlecht. An Schlaf war nicht zu denken - ich übergab mich und zitterte mich durch die Nacht. Am Morgen ging ich ziemlich wackelig los was unseren stets fröhlichen Sherpa-Koch Pasang dazu bewegte meinen Rucksack zu tragen - wofür ich ihm sehr dankbar war. Die heutige Nacht verbrachte ich tiefer, in einer Lodge auf 3600m. Mir ging's besser. Abends sahen wir zum ersten mal "unseren" Berg, den Mera Peak. Weiter ging's hinauf in den kleinen Ort Tangnang auf 4300m wo ein Rasttag vorgesehen war, den ich mit Wandern und Katzenwäsche am nahen Bach verbrachte. Ganz ok fühlte ich mich nicht. War doch schon öfter ohne Probleme in solchen Höhen...

Nach diesem Relaxtag stiegen wir weiter auf nach Khare auf 4900m dem letzten Dorf vor dem Mera Gletscher. Von hier sollten wir in 2 Tagen mit einem Hochlager auf 5300m den Gipfel erreichen.

Dazu sollte es für mich nicht kommen. Da ich sehr angeschlagen war bezog ich eine Lodge (minus 10° in der Nacht) und fühlte mich hundeelend. Die Nacht verbrachte ich sitzend, weil ich ein Lungenödem befürchtete. Morgens war ich völlig down. Ich schaute zum Gipfel und begriff langsam dass ich ihn diesmal nicht erreichen würde. Die Messung meines Blutsauerstoffes durch Peter ergab nur mehr 60% (90% sollten es sein). Ich konnte mich kaum mehr auf den Beinen halten, jede Bewegung eine unendliche Anstrengung...

Es wurde vereinbart, dass ich mit Sherpa Laksam und Träger Tranka nach Lukla, zum Flughafen gehen sollte. In 3 Tagen machbar?? Die ersten Stunden waren sehr schwer, aber schon 500m weiter unten ging's besser. So stiegen wir auf 3600hm ab, bis zum Ort Kohte von wo wir den Mera Peak erstmals erblickten. Ich fühlte mich schon viel besser, aber wir mussten noch über den Zatra Wa Pass auf 4600m. Das war noch eine ordentliche Quälerei. Dazu kam, dass meine beiden braven Begleiter kein Wort Englisch sprachen und somit die Verpflegungsfrage mir vorbehalten war.

Eine Reissuppe, gekocht von einer Sherpafrau in einer Hütte am Weg empfand ich als Gottesgeschenk. Abends gabs noch Spaghetti von Italienern im Austausch gegen meinen letzten "Nussernen". So gestärkt schaffte ich den restlichen Weg bis Lukla wo ich am nächsten Tag den Rückflug nach Kathmandu antrat.

Am Gipfel waren 3 Personen der Gruppe, die geplante Route beendete einer...

© Michael Schober