Hindernisse am Mt. Kenya

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Hindernisse am Mt. Kenya | story.one

Nach den Tagen im Massailand fuhren wir mit dem Bus von Arusha nach Nairobi wo ich mich von meinen Freunden verabschiedete, die nach Wien heimflogen.

Mein Ziel war der Mt. Kenya. Mein Gepäck wurde irrtümlich bei einem falschen Hotel abgeladen. Glücklicherweise bemerkte ich das rechtzeitig und lud es wieder ein. Im richtigen Hotel in Nairobi sollte mein Tourguide auf mich warten. Die Nacht verging, niemand kam.... Am nächsten Morgen rief mich Josef an, der sich als Guide vorstellte und mich abholen sollte. Gekommen ist jedoch ein James, der mich irgendwo in Nairobi zu Josef brachte. Da ich alleine war fuhren wir anstatt mit einem Safariwagen mit dem total überfüllten, öffentlichen Arbeiterbus (Größe VW-Bus) in höllischem Tempo 4 Stunden nach Chogoria, einer Siedlung am Fuß des Mt. Kenya. Dort ging Josef los um Proviant zu kaufen. Ich wartete inzwischen auf die Träger in einem Lokal. Die Träger kamen nicht, aber Josef mit der Nachricht dass wir erst morgen losfahren könnten, weil es des Nachts auf Grund der Büffel zu gefährlich wäre.... Was soll's war nicht zu ändern. Er brachte mich in einem "Hotel " unter, indem das Zimmer einer Gefängniszelle glich - aber sauber. Am nächsten Morgen ging's dann wirklich los - mit einem 40 Jahre alten Jeep, und 7 Mitfahrern die wir zum Schieben aus unzähligen Schlammlöchern auf der schlammigen Urwaldpiste auch benötigten. Abends waren wir auf 2900hm in Chogoria Bandas, dem Camp für diese Nacht. Beim Elephant Watching in direkter Nähe stieg ich um ein Haar auf eine kleine gestreifte Schlange..... Nach einer angenehmen Zeltnacht wanderten wir bei strömendem Regen los. Auf Grund der verpaßten Höhenanpassung wurde es zur Ochsentour über 1300hm und so nächtigten wir auf 4200hm, ziemlich müde bei Mintos Hut. Ich schlief lieber im Zelt, da sich in der Blechhütte etliche Ratten tummelten.

Nach sehr kalter Nacht ging ich mit Josef los zum Gipfel. Das Wetter war halbwegs, aber sehr viel Schnee. Ab 4600hm mußten wir spuren. Es war sehr anstrengend und ich plagte mich arg. Um 12 Uhr standen wir am Point Lenana, mit 4995m der 3.höchste Gipfel im Mt. Kenya Massiv. Die Hauptgipfel Nelion und Batian mit 5200m sind nur von guten Kletterern machbar. Josef bastelte ein Kreuz aus herumliegendem Holz. Nach einer besinnlichen Gipfelrast stiegen wir ab zum Shiptons Camp auf 4250m das wir nach 3 Stunden erreichten. Unsere Träger, Steve und Stevi gingen auf direktem Wege hierher und bereits da.

Völlig erschöpft und höhenkrank legte ich mich ins Zelt, das ich erst am nächsten Tag wieder verließ. 2000hm in 2 Tagen waren einfach zuviel... Es schüttete die ganze Nacht.

Den letzten "Wandertag" begann ich in sehr geschwächtem Zustand. Bei Dauerregen wanderten wir 7 Stunden lang ins Tal - in einem Rinnsal aus Elefantendung von den zahlreichenElefanten die es hier gab, die sich heute aber nicht zeigten. Vielleicht besser so...

Total durchnäßt aber dankbar es heil geschafft zu haben freute ich mich nur noch auf ein Bett.

© Michael Schober 03.05.2019