Massai-Trekking

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Massai-Trekking | story.one

November 2006

Von Nairobi, fuhr ich mit Beate und Alfred aus Wien, die ich im Flieger kennen lernte per Bus nach Arusha in Tansania, wo wir unseren Massai Führer Saitoti mit Koch Eli und Chauffeur Vinc trafen. Vinc kannte ich schon vom Kili vor 5 Jahren.

Den ersten Tag verbrachten wir auf Safari im Geländewagen im Ngorongoro-Krater den manche für den schönsten Platz der Erde halten, mit seinen 25000 Wildtieren auf einer Fläche von 17km Durchmesser. Wir standen dort am Grabstein von Bernhard Grzimek dem berühmten Begründer des Serengeti-Nationalparks indem ca. 20 Millionen Wildtiere leben. Wir hatten das Glück vom Warzenschwein bis zum Löwen eine große Auswahl der Bewohner aus kürzester Distanz erleben zu dürfen.

Nach diesem Tag mit überwältigenden Eindrücken und Übernachtung in einer Lodge fuhren wir zum Dorf Nainokanoka wo bereits unsere Begleitcrew mit den Packeseln wartete. Mit Saitoti, unserem ansässigen Führer, der ein Gewehr dabei hatte wanderten wir durch die endlos erscheinende Steppe in Sichtnähe von Antilopen und Zebras bis zum Camp Bulati wo die Zelte aufgebaut, gekocht und genächtigt wurde.

Wir gingen weiter durch die grandiose Steppenlandschaft, vorbei an Massaidörfern wo wir stets von einer großen Schar von Kindern umringt wurden zum Kraterrand des Empakaai-Kraters wo das nächste Lager errichtet wurde. Die Esel wurden zum Schutz vor Raubtieren in einem Kral aus Dornenzweigen untergebracht. Nach einem heftigen Regenguss den ich zum Duschen nützte stiegen wir am Morgen 300m tief ab zum Kratersee an dem wir auf tausende rosa Flamingos trafen. Saitoti fand hier Spuren von Leoparden. Um den See war dichter Urwald.

Nun ging es weiter, das Rift Valley hinunter, in urweltlicher Landschaft, entlang schroffer Felsformationen, durch tiefe Schluchten. Hier einen Flugsaurier zu treffen hätte mich nicht gewundert... Unser Ziel, der "Ol Doinyo Lengai", der heilige Berg der Massai war schon zu sehen. Die Nacht verbrachten wir in der Nähe des Lake Natron, dem Glutkessel Tansanias. Hier konnten wir in einem kleinen, lauwarmen Fluss baden - ein Traum!

Die Nacht war heiß und kurz. Bereits um 1 Uhr früh starteten wir zur Besteigung des 2846m hohen Lengai der ein aktiver Vulkan ist. 5 Stunden ging es über Lavaschlieren 1500m bergauf bis wir bei Tagesanbruch am Kraterrand standen und - nichts sahen und rochen ausser Schwefelwolken, Rauch und Gestank. Noch 150m waren es bis zum "Gipfel" von dem aus man sowohl den Kili als auch den Mt. Kenya hätte sehen können, was heute leider nicht möglich war. Na ja, die Vulkane haben halt auch so ihre Eigenheiten. Nach 3 stündigem Abstieg waren wir wieder unten und genossen bei irrer Hitze ein "Kilimanjaro Lager". Für einen Ausflug zum Lake Natron fehle uns heute die Energie.

Nach einem weiteren tollen Safaritag im Lake Manyara Nationalpark fuhren wir zurück nach Arusha wo wir uns von unserer treuen Crew verabschiedeten.

Mit Beate und Alfred bin ich bis heute in Kontakt.

Safari njema!

© Michael Schober 01.05.2019