Das politische Christkind

  • 84

Ich wage es nun und schreibe an meinem Geburtstag wieder mal etwas 'politisches', es ist also meine Geburtstagsstory. Mein letzter, ausführlicher Beitrag zum Thema Politik stammt aus Dezember 2017 (Mein politisches Resümee) und mein für mich entscheidendes AHA-Erlebnis zur Politik habe ich am 11.04.2017 niedergeschrieben - Die Partei ist tot - es lebe der politische Mensch. Am 21.12.2019 hatte ich die Möglichkeit, bei Ira Mollay von der Mutmacherei ein Interview - einen Mut-Talk - zu geben. Das Gespräch ist lange und ausführlich. Da ich mir schwer merke, was ich sage (inzwischen kann ich mich auf's Alter ausreden), habe ich mir den Mut-Talk im Nachhinein genau angeschaut und angehört. Interessant für mich selber ist, wie politisch ich unterwegs bin, obwohl ich Parteipolitik nicht aushalte und auch nicht leben kann. Am 26.01.2020 gibt es in Niederösterreich Gemeinderatswahlen. Schon im Vorfeld hat es in Neulengbach dazu einige Diskussionen, besonders bezüglich des Bürgermeisteramtes, gegeben. Anmerken möchte ich - in Neulengbach wird der Bürgermeister (oder die Bürgermeisterin) nicht von den GemeindebürgerInnen gewählt (somit könnt uns ja die Diskussion darüber auch relativ egal sein, weil wir eh nicht gefragt werden). Durch meine Erfahrungen im Gemeinderat (hier möchte ich wieder anmerken, dass ich einen verpflichtenden Zeitraum in der Gemeinderatsarbeit für jede/n BürgerIn fordere) kann ich das parteipolitische Stellungsspiel (oder - wer sich zuerst bewegt/festlegt, hat verloren) in keinster Weise mehr nachvollziehen. Es gibt gemeinsam so viel zu tun, dass aus meiner Sicht gar kein Platz für Ausgrenzung und Dafürgegnertum herrschen kann. Ich werde aber immer wieder eines besseren belehrt (leider). In einer Gemeinde gibt es, wie zB in jedem Haushalt auch, ganz viel zu organisieren und zu verwalten. Ob man jetzt schauen muss, dass alle Zuleitungen des Wohnhauses entkalkt sind, der eigene Gehsteig vom Schnee geräumt ist, das Dach gut abgedichtet ist (damit es nicht reinregnet) oder ob die Straßen saniert werden müssen und der nächste Schulumbau organisiert werden soll, macht nur bei den Zahlen- und Größendimensionen einen Unterschied. Wenn also alles für eine Gemeinde organisatorisch und verwaltungstechnisch läuft, bleibt dann noch ein kleiner, kreativer Handlungsspielraum für Visionen und Zukunftsperspektiven der Gemeinde und Bevölkerung. Umgelegt auf einen Haushalt - wenn alles geputzt und verstaut ist, könn ma auch noch ins Kino gehen. Und danach vielleicht essen. Dh aus meiner Sicht ist keine Zeit für Parteipolitik - die besten Köpfe oder jene, die auch die nötigen Talente für die Bedürfnisse der Zeit, der Umstände und der Herausforderungen, die anstehen, haben, sollten gemeinsam für eine Gemeinde, für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Was bitte ist daran jetzt so schwierig, dass wir das nicht einfach umsetzen? to be continued ...

© Michaela Schmitz