skip to main content

#schüler#gestank#flatulenzen

Im Deutschen Museum zu München

  • 141
Im Deutschen Museum zu München | story.one

Damals, 1989, Abschluss Klassenfahrt der Hauptschule St. Michaelisdonn.

Wir waren hoch motiviert, brachen auf zu einer denkwürdigen Erlebnistour von der Jugendherberge in Garmisch-Patenkirchen, nach München zum Deutschen Museum. Der Bus war gut gefüllt mit Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse jener Hauptschule. Es herrschte gelassene Stimmung, waren wir doch alle davon beseelt, heute in München einen klasse Tag den unsrigen werden zu lassen. Unser Klassenlehrer saß ganz vorne an, in der Nähe des Busfahrers und besprach noch die letzten Anweisungen, da heute etwas mehr auf dem Plan stand. Ein Besuch im Olympia Park, ein Konzert von Chris de Burgh im Selbigen, sowie der Besuch Deutscher Geschichte und dem Pioniergeist Deutscher Ingenieure im Deutschen Museum.

Bei Letzterem angekommen, sprudelten wir aus dem Bus, hinaus in die Freiheit und scharten uns am Sammelpunkt um unseren Klassenlehrer. Dieser gab uns die letzten Instruktionen und dann stob die Menge an Schülern auseinander. Ein paar strömten nach links, ein paar nach rechts, besahen sich die Flugzeuge, Lkws, Lokomotiven, sowie die Nachbildung des Bergbaustollens, welcher unter der Isar verlief. In diesem Stollen gab es später Tumult, hervorgerufen durch uns Schüler. Ich weiß noch, wie einer von uns, sich den Flatulenzen hingab und aus dem Bergwerksstollen eine Art stinkende Grube zauberte. Die anderen Besucher dort rannten um ihr Leben, galt es doch dem Gestank erfolgreich den Rücken zu kehren, was jedoch nicht jedem gelang und so tränten dem einen oder der anderen die Augen. Mit vor der die Nase gehaltenen Händen begann der große Run auf den Ausgang des Bergwerksstollen. Uns, seine Klassenkameraden, betraf dieser Umstand ebenfalls und so nahmen wir sprichwörtlich die Beine in die Hand und hechelten zum anderen Ende des Stollens. Hier angekommen, atmeten viele von uns tief aus und verdrehten die Augen, wussten wir doch genau, wer für den Giftgasalarm hinter uns verantwortlich war. Dieses Schauspiel blieb nicht lange unbemerkt und so kam unser Klassenlehrer auf uns zu und stellte uns zur Rede mit den Worten: "Jungs, was ist da los? Warum keuchen und husten die anderen Besucher da so, wenn sie aus dem Stollen treten?" Wir waren uns natürlich keiner Schuld bewusst, bis der Verursacher dieser Schmach ganz offen gegenüber unserem Lehrer offenbarte: "Ich war das, muss wohl das Essen heute morgen gewesen sein!" Unser Klassenlehrer rollte mit den Augen und meinte nur: "Kann man euch auch mal für ein paar Minuten euch selbst überlassen, ohne das ihr gleich auffallt?" Leicht beschämt nickten wir, bis auf den Verursacher des Runaways, denn dieser gab nur von sich: "Was auch immer da so stank, das kann ich ja kaum alleine gewesen sein." Gelinde gesagt, unterschätzte er sein Können maßlos, was wir zu einem anderen Zeitpunkt noch erfahren durften.

© Mirco von Maydell 2019-09-02

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um Mirco von Maydell einen Kommentar zu hinterlassen.