Das Gesicht des Virus

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Ich habe angst vor Dingen, die ich nicht greifen kann! Das heisst nicht unbedingt, dass ich alles angrabschen muss, damit es mich nicht erschreckt, das wäre ja auch nicht möglich! Vielmehr meine ich damit Dinge, die so unfassbar sind, dass ich sie mir schwer vorstellen kann. Sowas wie ein bedrohlicher Virus bekommt dadurch definitiv Geisterstatus! Er ist unsichtbar, Geister auch. Er äußert sich nur in Symptomen wie ein Geist, der dich zum Zittern bringt. Er kann überall sein und erschreckt dich mitunter, wenn er plötzlich mit einem lauten "Hatschiiii!" hinter einer Ecke hervor springt, wie Geister das mit einem "Buhuuu!" tun, wenn sie unter deinem Bett hervor kriechen. Man kann den Virus auch nicht angreifen, Geister auch nicht, aber das sollte man ohnehin tunlichst vermeiden. Wenn er an Oberflächen haftet könnte man ihn aber trotzdem berühren, womit wir wieder bei Nummer eins wären: Er ist unsichtbar!

Wie man weiß, fürchtet man sich eben schneller vor Dingen, die man nicht sieht und nicht so rech verstehen kann. Das ärgert mich, denn wie kann ich meine Kinder beruhigen, die sich natürlich viele sorgenvolle Gedanken machen, wenn es mich selbst irgendwie gruselt. Also braucht "das Ding" nicht nur einen Namen, der ohnehin schon in aller Munde ist, sondern auch ein Gesicht! Hat es mal ein Gesicht, dann ist schon weniger Angst mit im Spiel, denn wer ein Gesicht hat, kann vielleicht auch Vernunft annehmen. Zumindest kann man ihm in die Augen schauen und sagen: "Verschwinde!", wenn man mutig genug ist!

Außerdem hat Corona, bei allem Negativen das es anrichtet und den vielen Leben, die es gefährdet und beendet, immer wieder auch eine gute Seite: Es hilft der Natur, es hilft der Umwelt, es bringt die Menschen näher zusammen, es lässt uns Dinge tun, die wir sonst nicht taten.

Und so habe ich gezeichnet! Ein kleines rundes Corona-Männchen, das freundlich lächelt und eine gute PR bekommt in dem Sinne, in dem es eben auch Gutes bewirkt. Das hat mich wieder mal eine Nacht lang wach gehalten, aber wenn mich die Muse küsst dann kann ich nicht einfach schlafen gehen. Zwei Zettel mit verschiedenen Ideen entstanden, die auch gleich in lustige MEMEs umgewandelt wurden. Das soll den Kindern ein wenig die Angst nehmen (und mir selbst natürlich auch) und dazu motivieren, die Chancen zu sehen. Stress und Ängste machen uns nur zusätzlich krank! Unter dem Deckmäntelchen von #coronamademedoit kann ich nun auch all meine verrückten, kreativen Ideen diesem Virus-Männchen in die Schuhe schieben.

Darüber hinaus versuche ich eine Spendenbewegung mit diesem Design ins Leben zu rufen, um es jenen zu Gute kommen zu lassen, die nun besonders viel Arbeiten, um die Welt für uns am Laufen zu halten. Ärztinnen, Pflegerinnen, Kankenschwestern und Brüdern gilt mein besonderer Dank und meine Solidarität. Ihr leistet Großartiges!

Und allen, denen ein wenig der Schreck im Nacken sitzt, das Herz in die Hose rutschte (wie mir) sende ich ein freundliches gekröntes Gesicht!

© MonaLena