Das "surfen" auf der Couch

Seit vielen Jahren ist meine Familie nun bei www.couchsurfing.com eingetragen und es ist eine unglaubliche Bereicherung. Wir durften schon sehr viele nette Menschen bei uns beherbergen und die schönsten, lustigsten und interessantesten Erfahrungen mit ihnen machen. Davon will ich erzählen:

Ich hatte mir den Finger gebrochen und lag da gerade weinend im Garten, als Anna und Pasqui aus Italien ankamen. Sie waren mit Rädern unterwegs und versorgten sofort liebevoll unsere Kinder, damit ich ins Krankenhaus fahren konnte. Die nächsten Tage kochten sie für uns und halfen wo es ging, denn ich war mit Schiene und Schmerzen ziemlich verhindert.

Einmal kamen Lena und Giannis aus Griechenlang auf einem großen Motorrad bei uns an. Sie kamen um ein Rennen zu sehen, das beim RedBullRing stattfinden sollte. Sie lernten den Kindern einfache griechische Worte und Zahlen, spielten Fußball im Garten. Lena hatte zufällig am gleichen Tag Geburtstag wie ich. Sie war Kosmetikerin und vielfache Gewinnerin bei Motorradrennen in Griechenland. Giannis ruderte bei den olympischen Spielen.

Eine besondere Ehre war es auch die gesamte polnische Mannschaft der Schlittschuhrennfahrer bei uns zu Gast zu haben. Erst waren nur drei angemeldet! Zum Schluß waren 7 Polen und ein Ire, der sich unabhängig von den anderen schon bei uns vorangemeldet hatte, bei uns einquartiert. Die Kinder gaben ihre Kinderzimmer frei und schliefen bei uns, das Wohnzimmer war ein einziges Matratzenlager. Sie ließen liebe Geschenke aus ihrer Heimat hier und waren sehr dankbar. Nach dem ungalublichen downhill-Rennen auf der Alm ließ sich einer der verrückten jungen Männer am Schlitten, hinter dem Auto her, die vereiste Straße hinunter ziehen. Das Video jagte mir Gänsehaut über den Rücken und der Schlitten steht immer noch in unserem Garten.

Manchmal lese ich auch verlorene Leute von der Straße auf, so wie "den Pilger" aus Ungarn, der vor der verlassenen Kirche stand und kein Obdach für die Nacht hatte, oder den Weltenbummler Hugo aus Frankreich, der seit Stunden in der Kälte Pech hatte beim Autostoppen.

Neulich war Nasir mit seiner Familie zu Gast. Sie kamen aus Malaysien und sind uns sehr ans Herz gewachsen. Die Kinder, im selben Alter mit unseren, verstanden sich sehr gut. Tochter Ejah konnte entzückend englisch sprechen und Sohn Omar hatte den größten Spaß mit unserem Söhnchen, wenn sie versuchten sich über den Universalübersetzer am Handy zu unterhalten. Da stimmte jedes zweite Wort nicht und die Jungs lachten sich kaputt. Sie blieben länger, denn wir hatten eine sehr gute Zeit gemeinsam. Mutter Sheira kochte uns verschiedene malaysische Gerichte, mit Gewürzen, die sie extra aus der Heimat mitgebracht hatten.

Wir reisen nicht viel, daher liebe ich es, wenn die Welt zu uns kommt. Mit all ihren Menschen, Geschichten und Abenteuern. Das ist ein schöner Ersatz und eine große Bereicherung, die auch nichts kostet! Wie Urlaub zu Hause...

© MonaLena