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One-Night-Stand ... fatal!

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One-Night-Stand ... fatal! | story.one

Angerauscht von verliebten Gefühlen, die Welt gewaltig schön getrunken, dreht es mich, bis ich in einem fremden Bett erwache.

Ich bin jung, er ist unglaublich süß, ich bin mit heim gegangen.

Die Nacht war irgendwie schön, soweit erinnere ich mich noch, aber ganz genau kann ich das nicht mehr sagen! Er liegt nicht neben mir, ich habe keine Ahnung, wo ich eigentlich bin! Ich ziehe mich hastig an, mein Gewand riecht fürchterlich! Der Putzfetzen, mit dem sie die Toiletten in der Spelunke wischen, in der wir uns kennen lernten, riecht wohl ähnlich. Der öde Geschmack in meinem Mund passt dazu.

Ich schleiche mich auf den Gang, alles ist still! Ich finde ein Badezimmer! Mit Zahncreme am Finger schnell ein wenig die Zähne reinigen, dann etwas Wasser in die zerzausten Haare, Gesicht waschen, wo ist ein Handtuch? Oje! Der Magen rebelliert vom vielen Saufen! Rasch aufs WC, das sich zum Glück gleich im Bad befindet! Leider räumt es mich gleich vollkommen aus: sämtliche halb und ganz verdauten Lebensmittel der letzten drei Tage verabschieden sich unter tödlichem Gestank und Höllenlärm! Endlich fertig! Schnell ein Fenster auf! Mann, wie das hier stinkt!

Dann klopft es an der Tür: Eine Frauenstimme fragt besorgt nach meinem Befinden. Vermutlich die Mutter!

"Ja danke, alles okay! Ich komm gleich raus!"

Ich warte lauschend hinter der Tür, bis ich sicher bin, dass die Luft rein ist. Hat sie was von Mittagessen gesagt? Oh nein, mein Magen will nicht mal, dass ich dran denke! Zurück im Zimmer sehe ich schockiert die Laken des Bettes - total versaut! Was haben der Süße und ich da angestellt in der Nacht? Da kommt er auch schon rein, umarmt mich schüchtern und sagt: "Es gibt Mittagessen, komm bitte, die warten schon auf uns!" Die? Wer denn bitte alles?

Am runden Tisch sitzen Vater und Mutter! Sie grinst breit, er kann es sich grade so verkneifen. Ich bekomme den Platz auf der Bank, eingeklemmt, so dass ich auf keinen Fall flüchten kann. Suppe, Schnitzel, Kartoffeln, Reis, Salat... als alles aufgetischt ist, spüre ich die Übelkeit schon am Gaumenzäpfchen zupfen.

"Und? Wie lange kennt ihr euch schon?", strahlt mich Mama- OneNightStand an. Ich weiß nicht mal wie der Süße neben mir mit Nachnamen heißt! Ich verweigere die Aussage! Er murmelt irgendwas mit vollem Mund, sie ist anscheinend damit zufrieden.

Ich esse ein wenig Suppe, dann versuche ich es mit drei Bissen Reis und starre beim Kauen verzweifelt konzentriert aus dem Fenster. Vater und Mutter Unbekannt unterhalten sich inzwischen angeregt und lassen mich wissen, dass ihr "Söhnchen" noch nie eine Freundin mitgebracht hat, sie sich ganz toll freuen mich kennen zu lernen und sie hoffen, dass wir einen schönen Abend hatten! Ich hoffe nur, dass sie uns nicht gehört haben! Später bietet seine Mutter mir an, mich nach Hause zu fahren. Als ich aussteige sagt sie noch: "Und keine Sorge wegen den Laken! Ich habe schon alles abgezogen und in die Maschine gesteckt!"

Ich möchte im Erdboden versinken.

© MonaLena 04.11.2019

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