So eine Schule wünsche ich mir auch!

Wir hatten Couchsurfer aus Malaysien zu Besuch und sie blieben eine ganze Woche. Die Kinder, ein Junge und ein Mädchen von 9 und 7 Jahren, waren sehr an der Schule unserer Kinder interessiert und so organisierten wir eine Führung.

Schon beim Betreten des Gebäudes machten die Kinder große Augen. Was es da alles zu sehen und zu bestaunen gab! Mit schüchternen Blicken in die Klassenzimmer wuchs ihre Verwunderung und der Drehfußball-Tisch, die bunten Bilder an den Wänden, das Sofa und die Bücherecke gaben ihnen den Rest.

"So eine Schule wünsche ich mir auch!", flüsterte das Mädchen seiner Mutter zu, die verständnisvoll nickte. Im Schulhof schaukelten die Kinder vergnügt und tollten über die Wiese. Dann berichtete uns ihre Mutter von der Schule ihrer Kinder in Malaysien:

"Sie müssen früh aufstehen, die Schule beginnt um sieben. In der Klasse sind dreißig bis fünfzig Kinder. Jedes Kind hat einen Sessel und ein Schreibpult vor sich, an dem es den ganzen Vormittag und Nachmittag verbringt. In den wenigen Pausen können sie in der Schule ihre mitgebrachte Jause essen. Sie bleiben bis nachmittags in der Schule und es gibt viele Hausaufgaben. In den Ferien müssen immer Übungen gemacht werden, wir haben auch viele Bücher mit auf unsere Reise genommen, weil die Kinder immer lernen müssen. Spielsachen oder etwas gemütliches wie hier, das gibt es nicht. Die Kinder fangen mit 5 Jahren mit der Schule an. Unser Sohn ist oft noch sehr müde, wenn wir ihn in die Schule bringen. Die Kinder müssen immer hin gebracht und abgeholt werden, weil die Straßen nicht sicher sind. Es gibt einen Garten, aber nicht mit Spielgeräten, nur Steine. Die Schule ist hart, neue Ideen gibt es kaum. Wir versuchen von unseren Reisen immer viele Inputs mit zu nehmen um vielleicht etwas in unserem Land zu verbessern..."

Unsere Kinder gehen alleine und zu Fuß in die Schule, sie haben viele Pausen, in den Ferien gibt es keine Aufgaben. Der Unterrischtsstoff wird oft spielerisch erarbeitet, es gibt Raum für Kreativität, Bewegung und soziales Lernen. Wer sich schwer tut bekommt Förderstunden, es wird auf den Entwicklungsstand der Kinder Rücksicht genommen. Ausflüge und Unternehmungen gehören zum Alltag sowie zusätzliche Angebote wie etwa ein Buch Club oder Kochkurs. Unsere Schulen sind gut! Das wird mir in diesem Moment mehr und mehr bewusst. Ich bin dankbar, dass meine Kinder "lernen" immer noch als etwas Positives erleben können und sich sogar auf die Schule freuen, wenn ihnen auch die Sommerferien tendenziell lieber sind!

© MonaLena