Wenn es dich fuxt!

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Wenn es dich fuxt! | story.one

Das ist der Moment, wenn es nicht so tut, wie es sollte: Dann fuxt es dich!

Mich fuxt es ganz schön oft und meistens gleich mehrmals hintereinander in einer elenden Reihe von "verdammt nochmal" Ereignissen:

Wenn ich das neue second-hand Kinderbett abbaue, damit es durch die Türe passt, fehlen beim wieder zusammen bauen plötzlich zwei Schrauben. Nicht die, die sich leicht ersetzen lassen, durch x-beliebige andere Schrauben, nein! Es sind zwei von der Sorte, die es nur bei IKEA gibt, der zwei Stunden Autofahrt entfernt ist. Das Kind schläft tagelang auf der Matratze am Fußboden, neben dem unbenutzbaren, wackeligen Gerippe von Kinderbettchen. Die Schrauben sind spurlos verschwunden.

Die Vorhänge für das Wohnzimmer habe ich in der richtigen Länge abgeschnitten, nur um dann festzustellen, dass sie am einen Ende sieben Zentimeter länger sind als am anderen Ende. Das könnte ein modischer Kniff sein, wenn sie nicht seltsamerweise doch so lang geworden wären, dass sie am Boden schleifen.

Ich habe den Holzbalkon mit Dachpappe belegt, damit er wasserdicht wird und die Terrasse darunter zu einem gemütlichen Plätzchen. Es fehlten aber 50 Zentimeter um die Arbeit zu beenden, obwohl ich es zuvor ausgemessen hatte. Die Holzfliesen, die ich darauf legen wollte, passten aus unerfindlichen Gründen nicht wieder so ineinander wie zuvor. Einfaches zusammenstecken? Ein endloses Puzzle!

Das Sägeblatt reißt kurz vor Schluss, der Bohraufsatz bricht vor dem finalen Loch und generell streikt der Akkuschrauber bei den letzten drei Schrauben. Es ist zum Haare raufen!

Noch nie aber habe ich so intensiven Kontakt mit Klobrillen gepflegt, wie in letzter Zeit (außer bei Magen-Darm-Virus). Die Alte war kaputt, weil sie sich an schadhaften Stellen in der Beschichtung aufzuweichen begann. Die erste Hilfe mit farblich passendem Nagellack war erfolgreich, aber nur für wenige Wochen. Mein Mann kaufte eine Neue, die nach wenigen Tagen wieder kaputt war. Die Kinder hatten mit dem Deckel gespielt, welcher brach und monatelang neben dem WC stand. Als ich den letzten Gästen wieder einmal erklären musste, wie die Toilette (nebst defektem Spülkasten) zu handhaben wäre, wurde es doch Zeit etwas an der Situation zu ändern. Mein Mann kaufte wieder eine neue Klobrille, erwischte aber die Falsche und ich musste sie umtauschen gehen. Nachdem ich aus Umweltschutzgründen dann eine aus Bambusholz kaufte, wollte ich sie zum Schutz vor Wasser und etwaigen Urinspritzern noch extra mit einer Holzlasur einlassen. Leider hatte ich nicht bemerkt, dass diese Schüsselbrille bereits ganz zart durchsichtig lackiert war. Ich trug zwei Schichten weiße Farbe auf, ließ sie trocknen, aber sie hielt natürlich nicht. Sie blätterte in kleinen Stücken wieder ab und ich musste sie Zentimeter für Zentimeter abschaben. Eine mörderische Kleinarbeit, diese ganzen Farbreste zu entfernen, ohne dabei Kratzer zu verursachen.

Aber ICH montiere sie nicht, sonst fuxt es mich wieder!

© MonaLena 22.04.2019