Dreaming Cheetah

Diese Geschichte entstand, als unsere geliebte kleine Cheetah im Dezember 2009 überfahren wurde.

Mona langweilte sich. Sie lag vor dem Fenster und starrte hinaus. Dicke graue Wolken zogen trübsinnig vorbei. Das graue Kätzchen streckte sich und legte den Kopf auf seine Vorderpfoten.Einsamkeit legte sich wie eine schwere Decke über Mona. Müde schloss sie die Augen und schlief ein.

Mona träumte von der Sonne und ihrer Wärme. Vor ihr lagen braunrote Sanddünen einer afrikanischen Wüste. Es war heiß und ihre Pfoten brannten. Da merkte Mona, wie durstig sie war. Erschöpft blickte sie sich um. Wo war die nächste Wasserquelle?

Eine sanfte Brise zog über ihr heißes Fell. Es duftete nach Rosen und Yasmin. Da hörte Mona ein leises Schnurren und eine rotbraun getigerte Katze stand neben ihr. "Ich bin Cheetah - das heißt Gepard. Brauchst du etwas zu trinken?", fragte die Katze freundlich. Ihre Augen strahlten wie zwei Sterne am Nachthimmel.

Mona freute sich. Das durstige Kätzchen machte einen kleinen Luftsprung und folgte Cheetah durch die Wüste. Sie vertraute ihr, denn Cheetah hatte eine Sanftheit in ihren Augen, die Mona anzog wie ein Magnet.

Seit sie sich begegnet waren, fühlte sich Mona nicht mehr so allein. Sie hatte wieder Kraft in ihren Beinen. Die brauchte sie auch, denn der Weg führte durch Dornengestrüpp und steil hinauf. Oben angekommen sahen sie weit über eine Landschaft aus Dünen und trockenen Sträuchern.

Mona begann zu zweifeln, ob sie jemals eine Wasserquelle finden würden."Ich habe Angst", flüsterte sie. Cheetah drehte sich um und legte ihren Kopf ein wenig schief. "Du wirst die Quelle erkennen und sie wird deinen Durst stillen", meinte Cheetah geduldig. "Ich will aber nicht mehr weitergehen, meine Beine sind so müde. Warum muss ich überhaupt hier sein?", klagte Mona widerwillig. Sie schleckte sich die Pfoten und rollte sich zusammen. Der Weg war ihr zu anstrengend. Ihr Kummer wurde immer größer. Cheetah kam näher und sagte:"Komm, leg dich zu mir, Mona, wir ruhen uns aus und ich werde dir Schatten spenden!" Sie kuschelten sich eng aneinander.

Als Mona die Augen wieder öffnete, blickte sie in einen blauen See aus frischem Wasser. Mit ihrer kleinen Zunge schlabberte sie so lange, bis ihr ganzer Durst gestillt war. Sie fühlte sich wie neu geboren. Cheetah hatte sie zur Quelle geführt, sie begleitet und geführt wie ein Engel. Dann war sie nicht mehr zu sehen. Mona schaute in alle Richtungen und suchte ihre afrikanische Freundin.

"Cheetah?", rief sie traurig. Doch sie bekam keine Antwort. Mona konnte noch immer Cheetahs weiches Fell an ihrem spüren und ihren feinen Duft schnuppern. Zuhause vor dem Fenster erwachte das graue Kätzchen mit einem herzhaften Gähnen. Es fühlte sich ganz warm, satt und behaglich und konnte sich an jede Einzelheit ihres Traums erinnern. Das Bild von Cheetah verblasste langsam, aber die Quelle, die Monas Durst löschte, die sprudelte und gluckste in ihrem Innneren weiter. Mona freute sich.

© Monika Bayerl